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Echoes of the Past: Die Rache der Hexe


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Orneon

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): Bigfish Games.de

Wenn Du Echoes of the Past: Die Rache der Hexe auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: JL
Datum: 26.07.2012
Deutsch (Normal): 25.01.2013

Schulnoten – Spielidee: 3, Spielaufbau: 3, Steuerung: 1, Grafik: 2, Musik: 2, Wiederspielbarkeit: 2, Suchtfaktor: 3
Spielprinzip: Wimmelabenteuer
Rahmenhandlung: Die Hexe hat magische Steine geklaut.
Schwierigkeit: wählbar (einfach, fordernd, schwierig)
Optionen: Musik und Sound, Vollbild  oder Breitbild, Cursor

In einer Vision erscheint Dir in Echoes of the Past: Die Rache der Hexe ein Zauberer, dem die Hexe übel zugesetzt hat, indem sie die zehn magischen Steine seines Zauberstabs stahl, um sie überall in von ihr verfluchten Kreaturen zu verstecken. Der Zauberer überlässt Dir derweil den Zauberstab, damit Du ihn zum Guten nutzen kannst, sobald Du erst einmal alle Steine gefunden hast. Auf Deinem Weg begegnest Du auch im vierten Teil der Serie wieder Gestalten, die Deiner Hilfe bedürfen. Jeder der aufgehobenen Flüche bringt Dir einen der Edelsteine ein.

Viel Geschichte gibt es nicht, wie immer bei Echoes of the Past. Was es aber zu erzählen gibt, erspielst Du Dir nach und nach durch gefundene Botschaften, Zeichnungen und Briefe oder durch Dialoge. Es ist Dir also selbst überlassen, die Handlung im Tagebuch nachzulesen oder Dich nicht darum zu kümmern.

In normalen Wimmelbildern, deren Schwierigkeitsgrad als durchschnittlich einzuschätzen ist, suchst Du nach allen möglichen Objekten, worunter meist zwei interaktive Gegenstände sind, die wenig überlegung erfordern. Zum Schluss suchst Du den einen Inventargegenstand dieses Wimmelbilds. Wenig später stößt Du auf ein Suchrätsel, worin Du einige der soeben gefundenen Objekte an ihre richtigen Plätze legen sollst. Dabei verrät Dir kein Umriss, wo etwas hingehört, sondern Du musst genau hinsehen, um den richtigen Platz zu finden. Damit ist es nicht getan, denn einige der Gegenstände erfordern auch in diesen Suchrätseln Interaktionen, wenn Du beispielsweise eine Giftflasche nicht ins Geheimfach stellen kannst, falls Du nicht vorher mit der Zange einen Nagel ziehst, der die Geheimfachtür hält. Sowohl Gift als auch Zange hast Du in dem zuvor gespielten Wimmelbild gefunden. Das aus dem Vorgänger bekannte Konzept ist in Echoes of the Past: Die Rache der Hexe wieder meisterlich umgesetzt worden – es macht Spaß, diese Suchrätsel zu spielen, und sie dauern ihre Zeit, falls Du Dir nicht vom Tipp helfen lässt. Der benötigt im einfachen Modus übrigens nur gute zehn Sekunden zum Aufladen. Eine dritte Variante ist das Suchen von zehn bis zwölf gleichartigen oder ähnlichen Gegenständen innerhalb eines Bildes. Diese Spielart sorgt für Abwechslung und ist passend ins Spiel eingebaut, wenn Du etwa alle Sprossen und Nägel einer zerfallenen Leiter finden sollst, um eine Szene am Ende der Leiter freizuspielen.

Ist das Verhältnis von Wimmel- zu Suchbildern anfangs ausgewogen, verschiebt es sich bedauerlicherweise im Spielverlauf immer mehr in Richtung der normalen Wimmelbilder. Deren Schwierigkeit nimmt zu, die Bilder werden unübersichtlicher, einige Objekte sind in den späten Bildern sehr klein. Dass Du dieselben Wimmelbilder sage und schreibe drei Mal spielst und teilweise bereits weißt, welches Inventarobjekt Du daraus benötigst, es aber erst beim dritten Mal bekommst, ist dabei eigentlich eine Zumutung.

ähnliches ist über die Minispiele zu sagen, die sich übrigens sämtlich zurücksetzen lassen: Sie sind zahlreich, wie immer bei dieser Serie. Einige der Minispiele spielst Du nur ein Mal, eines zwei Mal – die Mischung aus Logik, Geschicklichkeit und nur sehr wenigen reinen Geduldsspielen ist durchaus gelungen. Aber manche Minispiele spielst Du nicht, wie noch in Echoes of the Past: Die Zitadellen der Zeit, bis zu drei Mal, sondern bis zu sechs Mal. Sie sind zwar durchaus passend ins Spiel eingebaut, außerdem steigt der Schwierigkeitsgrad. Unterhaltsam sind sie spätestens nach dem vierten Mal trotzdem nicht mehr. Du weißt bereits vorher, was Dich erwartet – und genau das passiert dann auch. Letztlich bleibt der Eindruck, gute Ideen so sehr ausgewalzt zu haben, dass sie sich selbst neutralisieren.

Der intelligent gemachte Abenteueranteil  kommt mit wenigen Szenen aus – gemessen daran, dass Du in der Normalversion eher sieben als sechs Stunden spielst. Das bedeutet, dass Du in Echoes of the Past: Die Rache der Hexe für Rätsel und benötigte Inventarobjekte oft weit zurücklaufen musst. Je weiter Du im Spiel kommst, umso mehr musst Du laufen. Du wirst viele offene Baustellen haben, häufig fehlt nur eine Kleinigkeit, die Du erst sehr viel später erhältst. Eine Karte gibt es nicht, und die Herausforderung, Dich daran zu erinnern, was nun eigentlich wo benötigt wurde, ist enorm.

Die Sammleredition bietet eine gute Lösungshilfe, die Möglichkeit, acht der Minispiele wiederholt zu spielen, ein weiteres Minispiel in vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu absolvieren sowie ein etwa einstündiges Bonuskapitel. Je nachdem, ob Du die sechs gleichartigen Minispiele dieses Zusatzkapitels spielst oder überspringst, wirst Du womöglich länger als eine Stunde brauchen. In diesem Kapitel darfst Du Dich erstmals genauer mit der Hexe befassen – das Kapitel passt zum Rest des Spiels und überzeugt durch Fantasie. Dass Orneon sich auch hier auf eine einzige Art des Minispiels beschränkt, ist der Spielfreude allerdings abträglich.

In der Normalversion endet Echoes of the Past: Die Rache der Hexe unbefriedigend oder vielmehr so, dass ein fünfter Teil zu erwarten ist. In der Sammleredition wirst Du, hast Du Dich durch die zweite Spielhälfte gelangweilt, mit dem Hexenkapitel belohnt, dessen Ende zumindest mehrdeutig ist. Ob die Hexe nun zurückkommt oder nicht? Man weiß es nicht. Zu wünschen wäre, dass Orneon bei einem eventuellen fünften Teil entweder mehr Abwechslung bietet oder seinen Getreuen wenigstens nicht zumutet, Wimmelbilder drei und Minispiele sechs Mal zu spielen.

Es ist schwierig, für Echoes of the Past 4 eine Empfehlung auszusprechen. Die ersten zwei Stunden sind sehr unterhaltsam – der Rest des Spiels bietet jedoch nichts, was Du bis dahin nicht schon gespielt hast. Eine Negativempfehlung gibt es immerhin: Wer große Angst vor Spinnen hat, wird mit dem fünften Kapitel sowie mit dem Ende des Bonuskapitels vermutlich Schwierigkeiten bekommen.

Echoes of the Past: Die Rache der Hexe macht einen tollen ersten Eindruck, um anschließend in einer äußerst großzügigen Spielzeit vor sich hinzudümpeln, wobei es sich anscheinend auf die Fans der Serie verlässt. Dass auch die aber von immer denselben Einfällen irgendwann enttäuscht sind und nur noch weiterspielen, weil sie nun einmal begonnen haben, scheint Orneon nicht in den Sinn gekommen zu sein. Jawohl, es gibt gute Ideen in diesem Spiel, aber für die enorme Spielzeit sind es nicht genug. ähnlich sieht es mit Grafik und Musik aus, die zum Teil sogar vom Vorgänger übernommen wurden. Eine Serie, die sich ständig selbst zitiert, läuft sich tot – mit seinem vierten Teil ist „Echoes of the Past“ auf dem besten Weg dahin.


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