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Dreamwalker: Schlaf nie ein


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Herausgeber: Artifex Mundi
Entwickler: House of Fables

Download: Portalname Download (Sammler): Purple Hills
Download (Sammler): Deutschland spielt
Download: BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 17.06.2019


Wimmelbild-Abenteuer ansprechender Länge mit interessanter Geschichte
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Wir spielen als Psychiater mit der besonderen Gabe, in die Träume anderer Menschen einzutauchen. Die diesbezügliche Hauptperson, Sandra, droht in ihrem nicht enden wollenden Alptraum zu sterben.

Der Wechsel zwischen diversen Traumwelten und der realen Welt ist, wenn schon nicht vollkommen neu, so doch eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu den 08/15-Geschichten, die die Szene in letzter Zeit bevölkern. Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass wir recht lange im unklaren gelassen werden, wer eigentlich der Übeltäter ist. Hier erleben wir mehrfach, dass sich unser möglicher Verdacht als falsch heraus stellt.

Gleich zu Anfang müssen wir wieder einmal erleben, wie unerfreulich die Benutzerfreundlichkeit die Spiele gestaltet sind, welche von Artifex Mundi in letzter zeit heraus gegeben werden: Das Hauptmenü ist sehr karg gestaltet, so dass wir zu Zwecken der Profilverwaltung und Einstellung der Optionen zu einem Unterpunkt wechseln müssen. Und bei den Optionen gibt es auch wieder keine Möglichkeit, die überaus lästigen, überflüssigen und geradezu aggressiven Einblendungen von Zielen und deren Erreichen abzuschalten.

Die Geschichte selbst wird durchaus ansprechend voran getrieben. Man hat sich offenkundig bemüht, neben den üblichen Standardaufgaben wie Öffnen von Schlössern, Auftrennen von Nähten oder auch Einsetzen von diversen Emblemen und deren Verwandten ungewöhnliche Aktionen zu fordern. Dies ist einerseits löblich, andererseits ist man hier und da ein wenig über das Ziel hinaus geschossen, werden doch Inventarobjekte in so unwahrscheinlicher Weise verwendet, dass man oft genug auf bloßes Ausprobieren angewiesen ist. Hier wäre mehr Logik wünschenswert gewesen. Positiv andererseits ist die relativ gute Länge des Spiels.

Die Grafik ist gut gelungen, klar und scharf in der realen Welt, fantasievoll und farblich abgesetzt in den Traumwelten. Die Stimmen der Akteure gefallen ebenfalls, abgesehen von einigen nervigen Betonungen der Psychiaterin.

Die Wimmelbilder sind überwiegend Standard mit Wortsuchlisten oder Silhouetten sowie kleinen Interaktionen. Einige wenige sind durchaus eher ungewöhnlich gestaltet, die meisten bieten tatsächlich die Möglichkeit zum echten Suchen, da nicht alles sofort erkennbar ist. Sie sind außerdem schön passend zum Zusammenhang eingearbeitet.

Die Minispiele bieten zwar kaum innovatives, sind aber ebenfalls gut gemacht. Leider fehlt durchgängig die Möglichkeit eines Neustarts. Der Schwierigkeitsgrad liegt vor allem im unteren bis mittleren Bereich.

An Hilfen stehen ein zuverlässig arbeitender Tipp und die übliche Karte mit Transportfunktion zur Verfügung.

Die Sammlerausgabe hinterlässt gemischte Gefühle. Es handelt sich eher um eine Art Hybrid zwischen Normalausgabe und Sammlerausgabe. Wir dürfen doch wohl standardmäßig ein Handbuch und ein Bonuskapitel erwarten, beides fehlt hier aber. Geboten werden stattdessen neben dem üblichen wie Errungenschaften und dergleichen in jeder Szene ein morphendes Suchobjekt (es ist stets dasselbe Schaf), sowie wahlweise eine Briefmarke oder eine Postkarte in Nahansichten. Dazu können einige Minispiele und Wimmelbilder nach gespielt werden.

Fazit:
Ausgestattet mit einer Geschichte leicht abseits der eingefahrenen Gleise und guter Länge, ansprechenden Wimmelbildern und ebensolchen Minispielen, die nur hier und da etwas anspruchsvollen hätten ausfallen dürfen, liegt ein Spiel mit kleinen Schwächen vor. Die Sammlerausgabe allerdings erfüllt hinsichtlich Umfang nicht die Erwartungen.