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Drawn: Fluch aus der Dunkelheit


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: BigFish Games Studios

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Autor: Claudia K.
Datum: 01.09.2010

Drawn: Der Turm, der erste Teil dieser Serie war zumindest in einer Hinsicht einzigartig: Es ist das einzige Spiel, dass ich kenne, in dem der Spieler zum Schluss ein Versager ist. Er hat versagt, denn zwar hat er Iris gefunden aber nicht vor dem Tyrannen retten können, so schien es. Aber obwohl Drawn der Turm am Ende suggerierte, dass Iris, die zukünftige Königin, in die Hände des Tyrannen gefallen ist, der verhindern will, dass sie den Thron des Königreiches besteigt: Dem ist nicht so. Iris hat sich in der Bibliothek versteckt und obwohl das Schloss zerstört ist und die Stadt von Schatten beherrscht wird, du kannst noch einmal deinen Anteil leisten um alles zum Guten zu wenden.

Dein eigentliches Ziel ist es, ein Feuer auf drei Türmen anzuzünden. Diese werden Schatten und Dunkelheit vertreiben und Iris kann auf den ihr zustehenden Thron. Dafür suchst du in den mehrheitlich blau-grau gestalteten Szenen nach Gegenständen, die dir helfen diverse Puzzle zu lösen und so zuerst Iris zu finden und dann die Feuer anzuzünden. Die Gegenstände können manchmal direkt genutzt werden, manchmal dienen sie aber auch dazu, Objekte zu malen (Brücken zum Beispiel) oder sind Teil eines Ganzen, das dann wieder benutzt werden kann oder Aktionen auslöst.

Während anfänglich noch eine gewisse Logik hinter allem steckt und du vor allem in der Demozeit durchaus organisiert "arbeiten" kannst, wirst du im weiteren Verlauf des öfteren feststellen, dass du keine Ahnung hast, was du tun sollst. Es macht einfach keinen Sinn.

Wie schon im ersten Teil werden auch hier Bilder zu Gegenständen, du kannst Gemälde betreten und dort eine kleine Geschichte erleben und auch Bücher haben Inhalte, die dich deinem Ziel näher bringen. Das ist wirklich sehr schön gemacht, die Idee ist hübsch und die Ausführungen selber sind ebenfalls gut gemacht. Auch Bücher gibt es, in denen du Dinge zu erledigen hast. Es gibt durchaus Kopfnüsse unter den Puzzeln, die meisten aber sind einfache Kost.

Immer wieder einmal wird dir ein Teil der Geschichte erzählt. Dabei ist es nicht so, dass dies Neuigkeiten sind. Es geht nicht vorwärts in der Geschichte - denn von Anfang an ist klar, die Geschichte ist: Finde Iris, zünde die Feuer an. Das ist es, mehr an Geschichte gibt es nicht. Warum dir das immer wieder in Text, der über den Bildschirm läuft und nicht weggeklickt werden kann, erzählt wird, kann nur einen Grund haben: Zeit schinden. Und fürwahr, die Zeit bis du zum 5ten Mal gelesen hast, dass der Tyrann Iris davon abhalten will, den Thron zu besteigen, kommt dir wirklich endlos lang vor. Die kurzen Einspieler, die den Tyrann und seine Mannen zeigen und seine Sicht der Dinge, sind dagegen eine willkommene Abweichung.

In der Sammleredition gibt es diesmal keinen "Strategy Guide" sondern einen "Smart Guide" - dieser ist durch Klick auf den einstigen Diner Iris (gebrochen aber nicht besiegt, jaaa, wir wissen es inzwischen) erreichbar und es erscheinen kleine Hinweise in Form von Text. Du wirst erst ein oder zwei eher allgemeine Tipps bekommen, dann erst sagt er dir mehr oder weniger genau, was du tun willst. Brauchst du ein Bild, kannst du auf "Hinweis" klicken und das Ganze wird dir dann auch noch visuell gezeigt. Beides ist ohne jede Aufladezeit. Du kannst 20x hintereinander klicken, einen Ansporn selber etwas heraus zu finden, hast du nicht. Und selbst wenn du noch enthusiastisch bist, durch die Unlogik vieler Aktionen wird dir dann auch die Lust vergehen und du bist eher bereit, den Dauer-Endlos-Tipp zu nutzen.

Aber ob mit oder ohne Tipp (der wohl in der Normalversion später eine Ladezeit habe wird oder einzig durch den Hinweis ersetzt wird), das Spiel ist kurz. Vielleicht 3 Stunden, 3,5 wenn du keines der Puzzle überspringst. Auch hier völlig übertrieben: Du kannst soviel überspringen, dass dir vermutlich die Hälfte des Spieles fehlt, tätest du es. Die Pfeile, den du anklicken musst um von einem Ort zum anderen zu wechslen haben eine relativ große Klickweite, du wirst vermutlich öfter mal in Szenen landen, wo du gar nicht hin wolltest.

Grundsätzlich sind die Grafiken sehr schön, wenn man diesen Stil mag. Die Musik stört nicht weiter, einige Puzzle sind gut und kreativ. Aber ansonsten ist an Drawn: Fluch aus der Dunkelheit nicht besonderes. Die übersetzung ist größtenteils gut und es sicherlich ein Lob wert, dass das Spiel sofort in sieben verschiedenen Sprachen gleichzeitig erhältlich ist.

Es ist ein herkömmliches Spiel, manchmal verwirrend, zu kurz und zu einfach. Es fehlt der Kick, es fehlt das "Einzigartige", das Besondere. Es wirkt durch die blauen Grafiken besonders, aber es ist es einfach nicht. Es ist ein simples, kleines Wimmelbild-Abenteuer, das für den Normalpreis auf jeden Fall empfehlenswert, aber als Sammleredition den Preis nicht wert ist.

 

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