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Die verschollenen Fälle aus der 221b Baker St.


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Herausgeber: Legacy Interactive
Entwickler: Legacy Interactive

Wenn Du Die verschollenen Fälle aus der 221b Baker St. auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Gyanda J.
Datum: 31.05.2010

Mit die verschollenen Fälle von Sherlock Holmes 2 beschert uns Legacy Interactive einen Nachfolger des ersten "verschollene Fälle" Spiels. Während sonst Follop-Ups gern schwächer sind als das Original, so ist es hier anders. Das zweite Spiel der Reihe hat einige wesentliche Verbesserungen gegenüber dem ersten Spiel. Sherlock Holmes und Dr. Watson sind interessanter und abwechslungsreicher gezeichnet als im ersten Spiel und verändern ihre Gesichtsausdrücke und Haltungen. Man kann jetzt zu Beginn des Spiels auswählen, ob man im "Spiel auf Zeit" oder im "Spaß-"Modus, ohne Zeitbeschränkung, spielen möchte. Auch gibt es die Auswahl, ob man alle Dialoge sehen und hören möchte, oder nur "Minimale Dialoge". Alle Mini-Spiele des Wimmelbildspiels haben nun einen Button für "Überspringen" und die zu suchenden Dinge sind nicht mehr so klein, dass man unbedingt die Lupe benutzen muss. Wie beim ersten Spiel von "die verschollenen Fälle" gibt es insgesamt 16 Fälle zu lösen, für die man zu Anfang jedes Falls fünf Hinweise zur Verfügung hat. Und auch in diesem Spiel gibt es in jedem zu lösenden Fall die berühmte Pfeife von Sherlock Holms zu finden, die einem einen weiteren Hinweis schenkt. Die Hinweise sind in der Regel mehr als ausreichend, um einen Fall lösen zu können.

Jeder Fall folgt schematisch dieser Reihenfolge. Zu Beginn kommt eine Szene, in welcher der Hilfesuchende sein Anliegen an Sherlock Holmes vorträgt. Es folgen zwei oder drei Wimmelbildszenen am Ort des jeweiligen Verbrechens, die jeweils bis zu vier Mini-Spiele enthalten können. Anschließend müssen in der Baker Street 221b die einzelnen Verdächtigen Kategorien zugeordnet werden wie z.B. "Brille" oder "Bart" oder "schwarze Kleidung". Danach wird jeder Verdächtige mit einem Gegenstand verbunden, der ihn identifiziert und es folgt der Prozess der Eliminierung von Verdächtigen. Falsche Gegenstände machen deutlich, dass der jeweilige Kandidat nicht mehr zum Kreis der Verdächtigen gehört. Hier braucht man ein gutes visuelles Gedächtnis, wird dafür aber auch mit herrlichen "Brillant!"-Kommentaren von Dr. Watson verwöhnt, wenn man es richtig gemacht hat. Zum Schluss bleibt dann nur noch der jeweilige Täter übrig und es wird in schwarz-weiß-Zeichnungen den Hergang der Tat erläutert.

Ich würde unbedingt dazu raten, zu Beginn des Spiels "alle Dialoge" auszuwählen, denn man sieht die Dialoge nicht nur, sondern hört sie auch – und, da Sherlock Holmes von den unterschiedlichsten Menschen mit der Bitte um Hilfe kontaktiert wird, gibt es die herrlichsten unterschiedlichsten englischen Dialekte zu hören. Da hat Legacy Interactive wirklich großen Aufwand betrieben, indem es diese Dialoge von professionellen Sprechern aufnehmen ließ – ein reiner Ohrenschmaus, der für mich einen Großteil des Charmes des Spieles ausmacht.

Den zweiten Pluspunkt bekommt das Spiel von mir für die überaus phantasiereichen und abwechslungsreichen Minispiele, die man alle leicht lösen kann. Darunter sind Aufgaben wie, dass man ein Schiff in einer Flasche wieder zusammensetzen muss – und auch dies so liebevoll gestaltet, dass tatsächlich ein gläsernes Klingen ertönt, falls man beim Einsetzen der Teile am Flaschenhals anstößt. Weitere Aufgaben sind die verschiedensten Puzzles wie z.B. Verschiebepuzzles, Zahnräder zusammenzusetzen, Rohre zu verbinden, ein Sudoku-Rätsel zu lösen, Chakrenfarben einer indischen Gottheit und ihren vielen Armen zuzuordnen, in Liedtexten bestimmte Worte anzumalen, in einem Memoryspiel identische Teile anzuklicken, auf einer alten Ladenkasse einen bestimmten Code herauszufinden, etc. Mir hat am besten das Mini-Spiel gefallen, bei dem man auf einer Karte die fehlenden Bestandteile einfügen darf, z.B. Tasmanien an den richtigen Ort zu versetzen – das hat schon was, so auf einer Landkarte ein bisschen Gott zu spielen.

Die verschollenen Fälle aus der 221b Baker St. hat 3,5 Tassen verdient, denn es hat einen hohen Wiederspielwert, verlangt einem nicht übermäßig viel ab an Fähigkeiten, so dass man es auch abends, nach einem langen Tag noch gut zur Entspannung spielen kann und besticht für mich vor allem durch seine wirklich liebevolle Gestaltung in Bild und Ton.


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