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Die Vergessenen Kinder

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Herausgeber: Alawar
Entwickler: Canino Games

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Autor: Claudia K.
23.04.2010

Gerade hat der Bürgermeister einer kleinen Stadt seine Sachen zusammengesucht um nach einem langen Tag nach Hause zu gehen, da bekommt er unverhofft Besuch. Kurze Zeit später wird Gabrielle, eine junge und ehrgeizige Journalistin, zum Rathaus gerufen. Offenbar hat der Bürgermeister Selbstmord begangen und ist aus dem Fenster gesprungen. Doch Gabrielle glaubt nicht an Selbstmord und beginnt mit ihren Nachforschungen. Aber schon bald muss sie feststellen, dass alles nicht so ist, wie es scheint und das ihre eigene Vergangenheit sie einzuholen beginnt. Oder nicht?

In den eher im Comicstil gezeichneten Bildern suchst du anhand von Listen an den 20 verschiedenen Orten des Spieles nach Beweisen oder nach Dingen, die dir bei einem Minispiel/Puzzle weiterhelfen. Die Szenen gehen jeweils rechts und links über den Bildschirmrand hinaus. Eine schöne und interessante Sache, die das Suchen in überwiegend etwas dunkel gehaltenen Szenen erschwert. Die meisten Objekte sind aber trotzdem gut erkennbar, der Hinweis lädt sich selbstständig wieder auf. Die 10 Minispiele, meist dazu da um etwas zusammenzusetzen, zu öffnen etc. sind nicht allzu schwierig, aber meist schön und gut gemacht.

Manchmal ist es schwierig über ein Spiel etwas zu schreiben, weil eigentlich mit drei, vier Sätzen alles erklärt ist und doch wenig aussagt. Was bei diesem Spiel, dass leider Gottes sehr kurz ist, beeindruckend ist und gleichzeitig zum Minuspunkt wird ist die Geschichte und die Hintergrundmusik.

Beides gemeinsam ist beeindruckend im Sinne von: Es zieht dich hinein in Etwas, was man sich nicht wirklich erklären kann. Es geht um ein Experiment, um Gehirnwäsche. Um die Beeinflussung von Erinnerungen und dem Unterbewusstsein. Wer die etwas tragende und gewollt einlullende Musik hört und sich dabei dann in die Texte vertieft, dem kann gerade in der Mitte und zum Ende des Spieles hin schon einmal ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Nur: Es wurde nicht zu Ende gedacht, nicht zu Ende fantasiert - es scheint, dass den Entwicklern irgendwann die Lust vergangen ist und so wird die Spannung, die oft geschickt mit Videoszenen und stehenden Bildern aufgebaut wird, durch Banalitäten wieder zerstört. Dazu kommt natürlich: Wir schauen keinen Film, wir lesen kein Buch, wir spielen ein Spiel. Wenn die Musik und die Geschichte das Wesentliche des Spieles ausmachen, dann stimmt etwas nicht.

Die Vergessenen Kinder ist durchaus ein nettes, kleines Wimmelbildspiel, allerdings mit eher unter 3 Stunden Spielzeit mehr als nur auf der kurzen Seite. Es bietet von der Geschichte her ein unglaubliches Potential für tolle und ausführliche Szenen in denen der Spieler immer tiefer in die Welt der menschlichen Experimente eingeführt werden könnte. Aber Canino Games ist an der Oberfläche geblieben, hat gekratzt wo gegraben werden sollte und damit seine Chance vergeben. Und auch wenn einige wenige der Minispiele zufällig sind, der Wiederspielwert ist gleich Null.

Es hätte besser gemacht werden können. Dieser Eindruck drängt sich immer wieder auf. Es hätte aber auch schlimmer werden können, tröstet man sich kurze Zeit danach selber. Wer also für einige Zeit in Scroll-Szenen nach Objekte suchen möchte, wer Minispiele mag und darüber hinaus die Ansätze der Geschichte zu würdigen weiß, der ist mit dem Probedownload gut beraten und kann dann immer noch entscheiden, ob er weiter spielen möchte.

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