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Die Chroniken der Hexer: Das Böse in uns


tassen tassen
Herausgeber: Gamehouse
Entwickler: 8floor Games

Download: Deutschland-Spielt
Download: BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 16.08.2014

Zu wenig Sorgfalt im Detail mit viel Wimmelbildern
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Dein Freund Danny wird verhaftet, unter dem Verdacht, einen Mann getötet zu haben. Du als seine Anwältin und Freundin willst ihm helfen; als er dir von einem geheimnisvollen Totem erzählt, beschließt du, dieses Totem zu finden. Dabei erlebst du Zeitreisen und musst 16 Totemteile finden, die überall auf der Welt versteckt sind.

Mehr von der verworrenen und nicht sonderlich gut erzählten Geschichte erfährst du von diversen Personen, die dir im Laufe der Zeit begegnen. Alle wollen was von dir, alle geben dir was dafür. Schon fast humorvoll ist das kleine Mädchen, das dir immer wieder begegnet. Und wer glaubt, dass sie schon deshalb eine wichtige Rolle spielen wird, der wird eine überraschung erleben. Grundsätzlich ist das alles wenig einladend, sich mit der Geschichte oder der Protagonistin zu identifizieren. So könnte man zum Beispiel von einer Anwältin zumindest erwarten, dass sie einen Hauch von Erstauen bezüglich Portalen, Zeitreisen und Geistern zeigt. In der Folge bleibt der Spieler bis zum Ende außen vor, wird zum (vermutlich oft unwilligen) Handlanger, der keinen Bezug zur Handlung finden kann.

Gewählt werden kann zu Beginn zwischen zwei Modi, sie unterscheiden sich in Glitzer und Aufladegeschwindigkeit bei Tipp und überspringfunktion. Der Tipp arbeitet auch als Richtungsanzeiger, die beigefügte Karte ist allerdings nur dann hilfreich, wenn man weiß wo man hinwill und keine Lust hat, "zu laufen". Da dort alles angezeigt wird, was irgendwann mal erledigt werden muss, kann nur der Tipp den Fragezeichen im Auge ein Ende setzen.

'Die Chroniken der Hexer: Das Böse in uns' besticht vor allem durch die sogenannte "Hopa-Logic" (Wimmelbild-Logik). Ein wundervolles Beispiel dafür ist der Herr, der wegen seines gebrochenen Beines um Haaresbreite erfroren wäre. Doch schon ein winziges Lagerfeuer sorgt dafür, dass er neben selbigen knien kann, um sich die Hände zu wärmen. Und auch sonst ist er ganz gut zu Fuß. Und genau diese vielen Ungereimtheiten und Widrigkeiten ziehen sich durch das gesamte Spiel. Gleichzeitig benötigt man ein gutes Gedächtnis. Wer nämlich in Spielstunde drei ein Objekt findet, das an einer Stelle abgelegt werden muss, die am Ende von Spielstunde eins in Vergessenheit geraten ist, der wird nicht fröhlicher, wenn er per Tipp durch die ganze Spielewelt laufen kann.

Wimmelbilder gibt es viele, reine Wortsuchlisten, ab und an mit kleinen Interaktionen, die fast durchweg zweimal gespielt werden. Dabei unterscheiden sie sich im Wesentlichen darin, ob sie völlig chaotisch zugemüllt sind oder man doch noch den Hauch eines überblickes über die Szene erhält, die oft genug wenig mit dem zu tun hat, wo man sich gerade befindet.

Die Puzzle sind, neben den Grafiken, die ansehnlich aber ansonsten nicht bemerkenswert sind, mit das Beste am Spiel und bieten trotzdem Anlass zur Kritik. Zwar verlässt man nicht wirklich bekanntes Terrain, sondern bleibt beim Altbekannten, setzt das aber in den meisten Fällen ansprechend für Spieler, die auch mal den Kopf ein klein wenig benutzen möchten. Das würde auch für Neueinsteiger gelten, wenn nicht die mangelnden Erklärungen wären. Oft genug glänzt eine Erklärung mit drei oder vier Worten, die nicht einmal wirklich hilfreich sind. Nichts für all die, die nicht wissen wie es geht oder eh Puzzles eher skeptisch gegenüberstehen.

8floor Games haben hier eine Chance vertan. Ein wenig mehr Sorgfalt in der Geschichte und im Spielverlauf hätten dem Spiel gut getan. Das Thema "unschuldig des Mordes verdächtigt", das anfänglich vielleicht anziehen mag, dazu Zeitreisen, Geister und reale Protagonisten, all das hat das Zeug zu einem epischen Spiel. Wer aber schon damit beginnt, dass ein Zimmerschlüssel zur Hälfte im Werkzeugkasten und zur Hälfte in einem abgeschlossenen Kasten liegt, der muss damit rechnen, dass qualitätsorientierte Spieler sehr schnell das Interesse verlieren.

 


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