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Detectives United: Der Anfang


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 16.12.2018

Durchschnittliches Wimmelbild-Abenteuer mit abwechslungsreichen Wimmelbildern, aber ohne Sinn für Logik
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Der Queen ist ein Artefakt gestohlen worden, also wird tatkräftige Hilfe angefordert. Diese tritt in Gestalt dreier Detektive aus bekannten Serien auf den Plan. Jeder verfügt über besondere Fähigkeiten, weshalb sie sich bei der Aufklärung abwechseln. Es stellt sich heraus, dass offenbar jemand gewisse Artefakte sucht, um die Vergangenheit zu manipulieren. Als positiv zu sehen ist hier die Tatsache, dass ausnahmsweise einmal kein Wahnsinniger mit Ambitionen zur Weltherrschaft sein Unwesen treibt.

Der Kunstgriff der drei Detektive funktioniert recht gut, deren Stammserien (Mystery Trackers, Haunted Hotel und Grim Tales) sind bis zum Abwinken ausgelutscht, so dass hier ein wenig frisches Blut erzeugt wird.

Die Geschichte wird unterhaltsam vorgetragen, erfordert aber dringend das Abschalten jeglichen Gespürs für Logik und Plausibilität. Selbst unter Beachtung der Tatsache, dass es sich schließlich um das Genre Mystery handelt, damit deutlich ab von der Realität, kommen einfach zu viele Ungereimtheiten vor. Die vermutlich schlimmste ist diese: Wir haben jemanden davon abzuhalten, die Vergangenheit zu ändern. Also was tun wir: Wir reisen in die Vergangenheit, um sie unsererseits zu ändern.

Die Geschichte endet abgeschlossen nach akzeptabler Spieldauer. Das Ende (insbesondere das des Bonuskapitels) legt die Annahme sehr nahe, dass hier eine neue Reihe gestartet werden soll.

Ein kleines Ärgernis tritt gleich zu Anfang auf: Wir können zwischen vier verschiedenen Modi wählen, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Es wird hier die Option "Aufgaben anzeigen" angeboten. Dummerweise ist damit nicht etwa gemeint, dass auf die lästigen Einblendungen von Aufgaben verzichtet wird, was höchst willkommen gewesen wäre. Vielmehr werden sie lediglich auf der Karte nicht angezeigt. Dass wir jede neue Aufgabe auch noch per Mausklick bestätigen müssen, um fort zu fahren, ist extra ärgerlich.

Die Grafik erzeugt gemischte Gefühle. Die Zeichnung der Personen ist gut gelungen. Die Szenen andererseits sind immer mal wieder verwaschen gezeichnet, hier wäre mehr Klarheit und auch Liebe zum Detail wünschenswert gewesen.

An Hilfen steht ein sehr gut ausgearbeiteter Tipp mit Transportfunktion zur Verfügung, dazu eine Karte, die besser hätte ausfallen können. Sie ist zwar hinreichend zuverlässig und verfügt ebenfalls über eine Transportfunktion, ist aber ungünstig konzipiert. Man muss nämlich zunächst die aktuelle Gegend auswählen und dann darin die verfügbaren Orte begutachten. Andere Entwickler (speziell 5-bn) sind hier deutlich besser.

Die Wimmelbilder sind abwechslungsreich und fast durchweg ansprechend gestaltet. Nennenswerte Interaktionen oder gar eingebaute Rätsel sind allerdings Mangelware. Ergänzt werden sie durch die offenbar zur Zeit in Mode befindlichen Suchbilder, also Wimmelbilder im kleinen Fenster, bei denen so gut wie nichts versteckt ist. Immerhin werden sie anschließend gewöhnlich noch für weitere Zwecke benötigt.

Bei den Minispielen wäre etwas weniger wohl mehr gewesen. Ihr Schwierigkeitsgrad reicht von sehr leicht bis ermüdend kompliziert. Einige erfinden zwar nicht gerade das Rad neu, bieten aber einen frischen Blickwinkel. Eines finden wir fast unverändert vom vorigen Spiel der Entwickler erneut vor. Auch die Erklärungen lassen hier und da Wünsche offen.

Leider ist der Abenteuerteil schon wieder ein einziges Trauerspiel. So gut wie alles, was wir schon viel zu oft erledigt haben, kommt auch hier vor. Die Sache mit der Glasscherbe sicherheitshalber gleich zweimal, Tiere füttern bzw. verscheuchen gar noch öfter. Dazu jede Menge Schlüssel und Embleme (in anderen Worten weitere Schlüssel) und alles mögliche, das irgendwo fehlt, gern in mehrfacher Ausführung. Versteht sich, dass das meiste an vollkommen sinnfreien Stellen gefunden wird. Selbst bei abgeschalteter Logik lässt sich häufiges Kopfschütteln nicht vermeiden. Dazu gesellt sich ein unfassbares Hin- und Hergerenne, meist für eine einzige Aufgabe.

Die Sammlerausgabe ist recht reichhaltig bestückt. Wir haben jede Menge Suchobjekte zu finden, nämlich Chamäleonobjekte, Figuren und Puzzleteile. Wir können einige Minispiele nach spielen, ebenso Wimmelbilder. Dummerweise steht diese Option erst nach Beendigung des Bonuskapitels zur Verfügung. Auch können übersehene Suchobjekte nicht nachträglich gefunden werden. Mit Spielerfreundlichkeit haben es die Entwickler also nicht so sehr.

Fazit:
Wir haben hier ein unterhaltsames Spiel akzeptabler Länge mit ordentlichen Wimmelbildern, gemischten Minispielen, aber einem lausigen Abenteuerteil. Nostalgiker können sich auf ein Wiedersehen mit bekannten Protagonisten freuen.