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Der Fluch der Werwölfe

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Herausgeber: Gamehouse
Entwickler: Nordcurrent

Download (Sammler): Deutschland-Spielt
Download (Normal): Deutschland-Spielt
Download (Nur Normalversion vorhanden): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K:
Datum: 30.11.2012


Du erhältst eine Postkarte, versehen nur mit dem Bild eines Leuchtturmes. Du bist sicher, sie stammt von deiner Großmutter, aber es ist keine Nachricht beigelegt und auch telefonisch ist sie nicht zu erreichen. Beunruhigt setzt du dich in dein Auto und fährst zu dem Haus, in dem du in deiner Kindheit so glücklich gewesen bist. Doch dort angekommen ist nichts mehr wie es mal war. Wo ist deine Großmutter? Und warum steht eine Wolfsstatue vor dem Haus? Und wer hat den Nachbarn im Keller gemeuchelt?

Die Suche geht also los. Nach Schlüsseln, Puzzleteilen, Hinweisen, Omma und Messern. Vor allem Stoff wird reichlich benötigt. Nein, du bist nicht in einer Schneiderei, jedoch welcher Stoff wann wofür gebraucht wird, dass ist in Der Fluch der Werwölfe zumindest zeitweise eine spannende Frage! Aber es geht natürlich nicht nur um Stoff und so erforschst du zunächst einmal das Haus von Omma. Dabei wirst du schnell feststellen, dass gleich welchen der beiden Modi du zu Beginn gewählt hast; "Händchen halten" gilt im Hause der Entwickler Nordcurrent nicht ins Repertoire. Bei Der Fluch der Werwölfe ist selber denken angegesagt, der Tipp funktioniert nur in den Wimmelbildern.

Dafür gibt es eine Karte. Auf der siehst du aktive Wimmelbildszenen, Minispiele und "interessante Orte". Abgesehen von den Wimmelbildszenen aber heißt der entsprechende Hinweis nicht unbedingt, dass du dort genau jetzt etwas erledigen kannst. Da die einzelnen Aktionen nicht immer nachvollziehbar sind (und manches auch erst dann funktioniert, wenn du anderes bereits getan hast), wirst du viel ausprobieren und viel laufen müssen. Übrigens auch wegen der Sucheszenen. Denn die werden fast alle mehrfach gespielt, gern auch mal flott hintereinander und schon deshalb ist die Nutzung der Karte empfehlenswert. Laufen musst du zwar trotzdem noch allein, aber wenigstens weißt du wohin.

Die Wimmelbilder haben keine farbliche Abgrenzung in den Wortsuchlisten, trotzdem gibt es in den meisten ein oder mehrere Objekte, die zusätzlich versteckt sind. Einerseits hat man versucht, die häufige Nutzung ein und des selben Ortes durch neue Gegenstände im Bild abwechslungsreicher zu machen. Auf der anderen Seite sind viele dieser neu hinzu gekommenen Dinge seltsam akzentuiert, heben sich vom Gesamtbild ab und machen es damit oftmals viel zu einfach, alles zu finden.

Die Puzzle sind durchschnittlich und vor allem bekannt - aber nett umgesetzt. Man spielt sie ohne Begeisterung, aber auch ohne Frustration oder Langeweile. Grafisch ist das Spiel eher dunkel, allerdings nicht dunkel im Sinne von "man erkennt" nichts. Es gibt keine Schreckensbilder, wenn man mal von dem Toten absieht, keinen Ekelfaktor. Die Bilder sind nett, aber nett ist eben nicht "toll, gut, superklasse". Die Geschichte schleicht so vor sich hin, hat keine Dramatik, ist aber erheblich zielstrebiger als viele der Aktionen.

Einer der unbestrittenen Höhepunkte von Unlogik und ???????????????????? in den Augen ist der "riesige" Baumstaum, der dir den Weg versperrt (und einem Kindergartenkind vermutlich bis zum Knie reicht). Eine weitere Herausforderung: die darüber an einem Seil hängenden Kiste. Vorsicht, Lösungshilfe!!: Du wirst diverse Gegenstände im Inventar haben, die geeignet wären, an diese Kiste zu kommen. Aber das wäre normaler Menschenverstand und wer braucht den schon. Du, als vermutlicher Weltmeister im Hartwurf, erlegst die Kiste, bzw. das die Kiste haltende Seil (!) mit einem olympiareifen Steinwurf. Dass du nun das Hämmerchen (statt Säge, Axt oder Schlaghammer) benutzt, um das Ding (das beim Fall nicht auseinander gebrochen ist) zu öffnen, versteht sich von selbst. Dann ist es Zeit, den riesenhaften Baumstamm zu meucheln. Der erste Angriff erfolgt mit der Säge. Da der Gegner aber offensichtlich immer noch zuckt, erledigst du den Rest mit der Axt. Doch das reicht dir nicht. Niemand kann von dir erwarten, dass du (auf der Suche nach Omma) über Holzreste steigst (die dir vermutlich noch sanft die Knöchel umspielenn). Jetzt kommt deine Geheimwaffe. Das Holz wird in einen Eisenkarren (den du geraume Zeit mit dir rumgeschleppt hast) gepackt und verächtlich zur Seite geschoben. Der Sieg ist deiner. Omma, ich kooooomme....

Das ist so bizarr (und kommt in ähnlicher Form mehrmals vor), dass es fast schon wieder gut ist. Und gut ist auch, dass es auch im einfacheren Modus nicht so viel glitzert und glimmert, dass man den Spaß am Spiel verliert. Man lässt dich suchen, gibt dir zwar die Karte als Hilfe, aber auch die gehört nicht zu denen, die dir eigentlich schon alles verraten. Dass die zusätzlich versteckten Objekte in den Wimmelbildern nicht farblich gekennzeichnet sind, spricht ebenfalls für das Spiel.

Der Fluch der Werwölfe ist nicht lang, die Sammleredition hat drei zusätzlich eingestreute Level mit insgesamt 50 zusätzlichen Suchobjekten, außerdem 3 Puzzle und Wallpaper, aber keine integrierte Lösungshilfe. Nein, ein absoluter Spielehit ist es nicht. Es ist nicht einmal wirklich gut.

Und doch: Der rote Faden der Geschichte ist da, die Grafiken sind ok, die Unlogik schon fast slapstickhaft egozentrisch. Vielleicht ist es unfreiwillig komisch, vielleicht war der Entwickler wirklich nur einfallslos. Aber dies dann in einem Maße, das man genießen kann. Ein Versuch und damit den Probedownload ist es auf jeden Fall wert. Und wer dann meint, dass es ok ist, der wird in der Normalversion ein Spiel finden, dass auf eine seltsame Art tatsächlich mehr unterhält, als so manches Topspiel.

PS: Mich beschäftigt noch immer die Frage, wie ich mit dem Stein das Seil gekappt habe..... ;)

 


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