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Demon Hunter: Chroniken des übernatürlichen


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Herausgeber: Brave Giant Studio
Entwickler: Brave Giant Studio

Download: Deutschland-Spielt
Download: Bigfish Games.com

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Autor: Elke M.
Datum: 08.05.2014
Deutsch: 08.06.2014

Laues Lüftchen mit vielen Wimmelbildern
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Unser Ziehvater, Professor Ashmore, wurde ermordet in seinem Anwesen aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass sein Assistent, der verschwunden ist, etwas damit zu tun hat. Wir machen uns also auf den Weg zu seinem Haus, mit dem Gedanken, den Mörder aufzuspüren und etwas über unsere unbekannte Herkunft herauszufinden.

Schon zu Beginn werden wir von einem Schwall nichtssagender Informationen überschüttet. Alles wird nur kurz angerissen, nichts vernünftig erklärt. Geht es jetzt um die Aufklärung des Mordes oder um unsere eigene Vergangenheit? Suchen wir den Assistenten oder einen Dämon? Sollen wir herausfinden, an was der Professor gearbeitet hat oder lieber erst mal das Kätzchen einer älteren Dame aus einem Gebüsch locken? Viel heiße Luft ohne Sinn und Verstand weht uns permanent um die Nase und wer bis zum lächerlichen Ende durchhält, wird es trotzdem nicht herausfinden, so viel sei hier schon mal verraten.

Die Grafik ist einigermaßen in Ordnung, einige Protagonisten bewegen asynchron ihren Mund beim Sprechen, bei anderen hingegen wurde komplett darauf verzichtet, sie zu animieren. Die Musik bemerken wir kaum und die ausgesuchten Stimmen sind höchstens durchschnittlich, laut dem Unterpunkt „Optionen“ auch abschaltbar, was aber bei mir nicht funktioniert hat. Einige Figuren wirken dazu künstlich in die Szenen eingesetzt, was die Sache nicht unbedingt besser macht.

Wählbar sind die Schwierigkeitsgrade „Normal“ und „Experte“. Sie unterscheiden sich laut Erklärungstext in der Aufladegeschwindigkeit von Tipp und überspringen, darin ob Klickstrafen vorhanden sind und ob aktive Bereiche glitzern. Außerdem geben die Mitwirkenden weniger Hinweise und in der Karte werden Orte, in denen noch etwas zu tun ist, nicht markiert. Bei den letzten beiden Punkten werden wir allerdings bei einem Wechsel des Modus keinerlei Abweichungen feststellen, da diese vermutlich nicht vorhanden sind oder schlichtweg vergessen wurden. Ein Wechsel ist während des Spiels möglich, verändert aber den Schwierigkeitsgrad nur unwesentlich.

Da es sich bei „Demon Hunter: Chronicles from Beyond – The Untold Story“ um eine Sammleredition handelt, die aber als Normalversion herausgekommen ist, stehen uns einige Extras zur Verfügung. Indem teilweise im Spiel auf einen Hinweis oder eine Erklärung verzichtet wurde, hilft ev. die Information, dass es Gegenstände gibt, die wir einsammeln können. Rechts neben der Inventarleiste befindet sich ein Bilderrahmen und wenn wir diesen anklicken, sehen wir, was uns alles angeboten wird, aber nicht wann ein Wechsel der Objekte stattfindet. So suchen wir anfänglich nach Blättern, später nach Münzen, Glaskolben und Kameen. Zumindest können wir anhand des Rahmens erkennen, wie viele Dinge einer Gruppe noch fehlen. 

 Im Tagebuch, das auch Codes mitschreibt, sind eine Aufgabenliste und die Karte mit Transportfunktion integriert. Ab der Hälfte des Spiels kann es durchaus vorkommen, dass letztere uns Orte anzeigt, an denen gar nichts mehr zu tun ist oder erst wieder zu einem späteren Zeitpunkt. Nur mit Hilfe des Tippbuttons gelingt es uns dann, die nächste sinnvolle Aktion aufzuspüren. Trotz Mängel ist die Karte aber schon deshalb wichtig, weil die Wege immer länger und unübersichtlicher werden und wir des öfteren ratlos dastehen, weil unser Inventar leer ist und die Geschichte keine zuverlässige Quelle ist, um herauszufinden, was als nächstes von uns verlangt wird.

Wimmelbilder sind in großen Mengen vorhanden. Gerade dann, wenn wir einen neuen Bereich betreten, ist in jedem Raum eines zu lösen, auf dem Rückweg spielen wir dann alle 17 Stück ein zweites Mal. Es handelt sich bei allen um Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen. Einzige Abwechslung darin sind Chamäleonobjekte, die wir bei den Begriffen daran erkennen, dass sie die Farbe wechseln. Ist das Wort in schwarzer Schrift hinterlegt, dann ist das gesuchte Objekt wählbar, ändert sich die Farbe auf Grün, hat es sich verwandelt und wir müssen warten, bis es wieder die notwendige Form angenommen hat.

Wer hofft, dass zumindest die Minispiele etwas Witz und Pfiff in die ganze Angelegenheit bringen, wird ebenso enttäuscht werden. Uns erwarten weder Herausforderungen noch interessante Rätsel sondern nur das ewige Drehen von Rohren, Einsetzen von Zahnrädern, Entwirrten von Fäden und Zusammensetzen von Bildern. Natürlich gibt es keine Neustartfunktion, nur minimale Erklärungen und das Minispiel, bei dem wir Messer zurückschieben müssen, um an einen Gegenstand zu gelangen funktionierte auch nach dem gefühlten 100. Versuch nicht.

Es ist nicht schwer zu erraten, dass selbst das Ende nach ca. 3 Stunden nichts Vernünftiges zum Sachverhalt beiträgt. Zwar geht es im knapp einstündigen Bonuskapitel nahtlos weiter, aber dort ist der Schluss noch minimalistischer als zuvor und es bleiben unzählige Fragen offen. Aber letztendlich ist es uns auch egal, es überwiegt mit Sicherheit die Freude darüber, dieses unsinnige Spiel endlich abgeschlossen zu haben, da wir danach nie wieder auch nur einen Gedanken daran verschwenden werden. Die Extras einer Sammleredition wurden beibehalten und so gibt es noch eine Menge an Auszeichnungen zu erlagen, die wir aber meistens ohne eigenes Zutun erhalten, da wir sowieso ein Tor öffnen oder in den nächsten Raum gelangen müssen, um überhaupt weiter zu kommen. Zusätzlich können wir noch acht Rätsel und zehn Wimmelbilder wiederholen, etwas Konzeptkunst und Wallpapers ansehen, die Musik erneut abspielen und uns Filme zu Gemüte führen.

„Demon Hunter: Chroniken des übernatürlichen“ hat so gar nichts mit dem Titel zu tun. Es ist weder spannend noch interessant, sondern so unglaublich wirr und langweilig, dass es unterhaltsamer ist, einer Schnecke bei einer Weltumrundung zuzusehen, als ca. vier Stunden Zeit in dieses Spiel zu investieren. Mutig (engl. brave) müssen Brave Giant Studio auf jeden Fall sein, um so einen Unsinn auf den Markt zu bringen. Bei uns dagegen reicht ein konsequentes „Nein Danke“, um zu verhindern, dass das noch einmal passiert.


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