Dead Reckoning: Der Halbmond-Jahrmarkt


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 02.09.2015
Deutsch (Normal): 06.11.2015


Mittelmaß, Durchschnitt, Eipix....
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Als vor den Toren eines Zirkus eine Leiche gefunden wird, beauftragt man dich, der Sache auf den Grund zu gehen. Außerdem hast du einen neuen Partner bekommen. Mr. Grimwell, der Direktor des Zirkus behauptet, den Toten nicht zu kennen. Er scheint eher uninteressiert; die Show muss weiter gehen. Doch schon bei deiner Untersuchung stellt sich heraus: der Mann war Angestellter des Zirkus. Schnell wird klar: nicht nur Angestellter, sondern gar der Bruder des Direktors. Als dieser dann während einer Vorstellung getötet wird, ist endgültig klar - hier geht etwas sehr Seltsames vor sich.

4 Modi, einer mit individueller Auswahl, stehen dir zur Verfügung. Die Karte ist mit allen nötigen Funktionen ausgestattet, zusätzliche Hilfsmittel gibt es nicht. Als "besondere" Fähigkeit kannst du in Gesprächen erkennen, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt. Bei der "interaktiven" Befragungen sagt der Befragte etwas, du suchst "Anzeichen", die nicht immer Sinn machen und noch weniger Sinn ergeben die Konklusionen, ob nun die Wahrheit gesagt wurde oder nicht.

Die Wimmelbildabteilung erscheint durchaus abwechslungsreich, auch wenn es grundsätzlich bis auf wenig Ausnahmen einfache Wortsuchlisten gibt. Diese sind aber teilweise mit Interaktionen und einem Worträtsel ausgestattet. Die drei eingestreuten Umriss-Suchen, die Bildersuche und ein komplettes Worträtselbild sind geschickt platziert. Sie vermitteln den Eindruck großer Vielfalt.

Es gibt ein Interaktions-Puzzle, das wie die "Superpuzzlen" in anderen Serien sehr sinnfrei ist. Die anderen Puzzles sind zu Beginn sehr mittelmäßig, steigern sich aber mit der Zeit. Diverse allerdings sehen nur aus wie Puzzles, sie lösen sich selbst. Hier hat man dafür gesorgt, dass anfänglich die zufrieden sind, die Puzzles nicht allzu sehr schätzen, später dann die, die gern knobeln.

Von Beginn an fehlt es an den kleinen Details: Wie kann ich dem Zirkusdirektor den Polizeireport zeigen, wenn den doch mein "Partner" bereits zum Polizeirevier gebracht hat? In einer Nahansicht öffnest du eine Kiste, aber es sieht so aus, als wäre der Platz für den "Schlüssel" nicht mal in der Nähe der Kiste. Und das ist nur eine von vielen Aktionen, die visuell nicht stimmen. Und dafür sorgen, dass man keine Chance hat ins Spiel zu kommen. Das Inventar ist sehr klein gehalten, so dass es passieren kann, dass man einfach den Überblick verliert. Alles etwas dunkel gehalten - auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so aussieht. Nerviges Ausrufezeichen, wenn du dir die bereits gelesenen Notizen, die ins Buch gehen, im Buch nicht noch mal ansiehst. Und ganz sicher hat Dead Reckoning: Der Halbmond-Jahrgang das langweiligste Ende, das wir in langer Zeit gesehen haben.

Als Sammlerobjekt gibt es diesmal Waagen - sie sind zum Teil sehr dünn gezeichnet und kaum zu erkennen. Du benötigst sie, um später im Souvenirraum jeden Ort noch einmal aufzusuchen und dort ein Objekt zu finden. Hast du ein oder mehrere Waagen übersehen, kannst du sie über die Extras später noch einsammeln. Zur Belohnung gibt es ein ziemlich albernes Filmchen. Das Bonusspiel ist ein neuer Fall und endet wie das Hauptspiel: Der hochgelobte Detektiv hätte verloren, wenn nicht eine Nebenfigur zur Hilfe eilen würde. Zeitlich gesehen liegt das Spiel hier ebenfalls im tolerierbaren Rahmen. Puzzles und Wimmelbilder können erneut gespielt werden, Filme und Bilder angeschaut, Musik gehört werden. Auch der Murmel-Shooter steht zum Endlosspiel zur Verfügung.

Die Spielzeit - sie ist nicht großartig, überschreitet aber die 3 Stunden-Marke im Normalspiel deutlich; dafür muss man ja heute schon dankbar sein! Unser Dank gilt diesbezüglich allen, die bedingungs- und kritiklos alles kaufen und möglichst noch vor Ablauf der Probezeit an jeder sich bietenden Stelle fünf Sterne vergeben. Würdet ihr auch im Supermarkt immer weniger Inhalt für einen gleichbleibend hohen Preis bezahlen?

Wie immer kann bei Eipix nur dringend der Probedownload empfohlen werden. Der Name spricht eben nicht für Qualität, sondern nur für Ausrutscher - nach oben und nach unten, ansonsten ist es nur Mittelmaß. Viel Aufwand betrieben wird für das Anfangsvideo und alles, was bis zu Hauptmenü führt. Das Spiel selbst aber ist langatmig, um nicht zu sagen, langweilig, aber nicht direkt schlecht. Gleiches gilt für die Geschichte. Die Wimmelbilder sind zwar scheinbar abwechslungsreich, aber lieblos, nur bei den Puzzles und der Spielzeit punktet Eipix. Dead Reckoning: Der Halbmond-Jahrgang ist Mittelmaß. Mehr kann man eigentlich nicht darüber sagen.