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Dead Reckoning: Silbermondinsel

tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 24.07.2014
Deutsch (Normal): 04.11.2014


Gut inszenierter Kriminalfall, bei dem der Gärtner definitiv nicht der Mörder ist
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Die berühmte Schauspielerin Veronica West kam in ihrem Anwesen, das sich auf Silbermondinsel befindet, unter ungeklärten Umständen zu Tode. Da dies während ihrer eigenen Geburtstagsparty geschah, sind die Gäste noch vor Ort. Weil die örtliche Polizei an ein Verbrechen glaubt, erhalten wir, ein Detective, den Auftrag Nachforschungen anzustellen und die Besucher zu befragen. Schnell stellt sich heraus, dass alle nicht ohne Fehl und Tadel sind und so geraten wir rasch in einen Sumpf aus Eifersucht, Liebe und Gier.

Die Handlung erinnert stark an etliche Werke von Agatha Christie. Einem Kreis von Verdächtigen wird mittels Befragung oder Beweissicherung  auf den Zahn gefühlt. Das gestaltet sich allerdings nicht so einfach, weil so gut wie jeder ein Motiv hat. Dazu kommt noch, dass unser Kollege angeschossen und ein weiterer Gast ermordet wird. Das alles spielt in kunterbunten, leicht unscharfen Bildern. Durch unzählige Lichteffekte und gnadenlos überfüllte Szenen ist es nach einiger Zeit regelrecht anstrengend für die Augen, noch Gegenstände ausfindig zu machen. Die Anzahl der Dialoge ist gerade so erträglich, ebenso die Summe der Zwischensequenzen. Beides können wir allerdings auch überspringen oder schnell durchklicken.

Netterweise hat man uns bei den Schwierigkeitsgraden wieder einen Kundenmodus zur Verfügung gestellt. Die wichtigsten Punkte sind schnell genannt: Aufladegeschwindigkeit von Tipp und Skip, Umfang der Karte, Intensität der Hinweise und des Glitzerns. Es bleibt uns überlassen, ob wir unsere Voreinstellungen während des Spiels noch einmal ändern möchten, denn diese Möglichkeit besteht. Die Markierungen auf der Karte sind äußerst zuverlässig, ebenso der Hinweisgeber. Ein „normales“ Journal gibt es nicht, dafür eine Tafel, auf der alle Informationen zu den Beschuldigten und die dazugehörigen Indizien festgehalten werden. Weniger gut gelöst ist die Art der Beweisaufnahme. Es wird simuliert, dass wir den Beteiligten Fragen stellen, indem wir ihnen Fakten vorwerfen oder Utensilien zeigen. Durch Klicken auf bestimmte Bereiche im Bild erscheint dann automatisch ein „Lüge“ oder „Wahrheit“ um die Person herum, so dass wir nicht wirklich in diese Vorgehensweise eingebunden werden.

In unserem Inventar tummeln sich immer wieder Objekte, die mit einem Pluszeichen versehen sind. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir an diesem Gegenstand etwas anbringen oder entfernen können. Ist diese Kennzeichnung nicht sofort sichtbar, liegt das daran, dass das dazugehörige Teil noch nicht in unserem Besitz ist. Zudem ist die Leiste mit unseren Ausrüstungsgegenständen sehr großzügig ins Spiel eingebaut worden und nimmt viel Platz ein, genauso wie alle anderen Hilfsmittel.

Die Wimmelbilder sind so ähnlich gestaltet wie bei vorangegangenen Eipix-Spielen. Meistens finden wir Wortsuchlisten vor, die kleine, zu vernachlässigende Interaktionen beinhalten. Es kann aber auch vorkommen, dass die zu suchenden Gegenstände als Umrisse auf kleinen Zetteln eingeblendet werden, die kaum zu identifizieren sind. Dazu kommt noch die Tatsache, dass die Grafik generell nicht so klar und deutlich ist, die Szenen überfüllt und einzelne Objekte deshalb nur schwer auszumachen sind. Haben wir dann endlich alle Dinge gefunden, folgt des öfteren im gleichen Wimmelbild noch eine zweite und eine dritte Liste. Wem das eindeutig zu viel des Guten ist, kann als Alternative zu einem Bubble-Shooter wechseln. Dort ist es unsere Aufgabe, mit farbigen Kugeln gleichfarbige Blasenpaare abzuschießen. Leider ist diese Variante relativ schlecht erklärt und wir werden nur über probieren herausfinden, was die Extra-Symbole für Eigenschaften besitzen. Außerdem ist es mir hier öfters passiert, dass ich die Wimmelbilder unfreiwillig verlassen habe, weil sich viele Objekte am unteren Rand befinden und mit dem übergang zum „Verlassen“ fast verschmelzen.

Was Eipix uns so als „Rätsel“ verkauft ist manchmal schon frech. Jedes noch so kleine Schloss, bei dem sogar die Zahlenkombination daneben steht, gilt hier schon als Minispiel. Auch bei den umfangreicheren Puzzles haben sich die Entwickler keine große Mühe gegeben, sondern einfach die gängigsten Spiele bei der Konkurrenz abgekupfert. Wir rotieren, verschieben, drehen und ziehen an allerlei Ringen, Zahnrädern, Symbolen, Steinen, Kugeln usw.  Positiv  ist aber anzumerken, dass Rätsel passend zum Geschehen eingefügt worden sind und an diesen Orten auch Sinn machen.

Nach einer höchstens durchschnittlichen Spielzeit endet „Dead Reckoning: Silbermondinsel“ zwar kurz und knapp, aber dennoch zufriedenstellend. Im ca. 60-minütigen Bonuskapitel wird ein Nebenstrang der Geschichte nochmal aufgenommen und letztendlich ebenfalls aufgeklärt. Umfassend sind die Extras. Neben 44 Sternen, die wir aufsammeln können, gibt es noch 12 Chamäleonobjekte, diese sind aber nur in den Wimmelbildern zu finden. Nach Beendigung aller Teile können wir die fehlenden Sterne nachträglich suchen. Als Belohnung werden dann vier neue Wimmelbilder freigeschalten. Zusätzlich gibt es noch einen Souvenirraum, bei dem wir in jede einzelne Szene zurückkehren müssen, um genau einen vorgegebenen Gegenstand zu finden. Zu guter Letzt hat man uns noch einen Endlos-Bubble-Shooter zur Verfügung gestellt. Natürlich fehlen auch nicht das obligatorische Making Of sowie Musik, Wallpapers, Filme und Auszeichnungen. Bei den wiederspielbaren Wimmelbildern erhalten wir sogar eine letzte Chance, die sich verwandelnden Objekte nochmal zu suchen.

Die Handlung um „Dead Reckoning: Silbermondinsel“ hat alles, was es für einen guten Kriminalfall braucht. Durch kleine Nebenschauplätze und immer neue Beweise ist es dankenswerterweise nicht auf den ersten Blick ersichtlich wer hier der Schuldige ist. Bei der Grafik ist Eipix aber meilenweit übers Ziel hinausgeschossen, mehr Klarheit in den Bildern hätte diesem Spiel wesentlich besser zu Gesicht gestanden. Die Wimmelbilder sind ausbaufähig, die Rätsel kann man, wenn sie denn so aussehen, getrost weglassen. Die Sammleredition ist umfangreich, ob sie aber mindestens den doppelten Preis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Ich empfehle hier auf jeden Fall die Probestunde, denn die optische Ausarbeitung und die Handhabung sind hier sicherlich nicht jedermanns Sache.


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