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Dead Reckoning: Das Herrenhaus von Brassfield


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Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 10.04.2015
Deutsch (normal): 09.06.2015


Mördersuche ohne großen Höhen und Tiefen
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Reginald Greers liebt es, in seinem Haus Mördersuchen alá Cluedo stattfinden zu lassen. Doch zu einem Zeitpunkt als bereits alle Gäste anwesend sind, wird er selbst Opfer eines Mordes. Nur einer der Anwesenden kommt in Frage - vielleicht die überdrehte Tochter, die nach Ansicht des Bruders den Vater finanziell benutzt hat? Der Sohn selbst oder doch eher der windige Geschäftspartner? Oder ist die Trauer der Ehefrau vielleicht nur gespielt, das Entzsetzen des Spirituisten nur vorgetäuscht? Deine Aufgabe ist es, den Mörder und die Antwort auf die Frage "Warum musste Reginald Greer sterben?" zu finden.

Gespielt werden kann in vier verschiedenen Modi, davon einer mit einer erquicklichen Anzahl an individuellen Einstellungsmöglichkeiten. Noch erfreulicher ist es, dass hier das Geglitzer komplett abgestellt werden kann. Eine Karte mit Springfunktion und Modus-abhängiger Anzeige von Zielen und aktuellen Aufgaben sowie der Tipp dienen als Hilfsmittel.

Was oft erstaunt in solchen Spielen: Wir sehen in einem Einspieler, wie scheinbar ein Mann ermordet wird. "Schnell, schnell" lautet die Devise. Und tatsächlich, schon 10 Minütchen später, nach Wimmelbild und Puzzlen sind wir am Ort des Geschehens angekommen. Fast bizarr wirkt es, dass keine Leiche zu finden ist und uns deshalb der ganze Vorgang nicht weiter kümmert. Irgendwer scheint da jemand einen Geschichtsstrang verloren zu haben.

Viele Zettel und Notizen, die du im Verlauf findest, werden im Buch gespeichert, dazu kommen "Beweise", die auf einen der Anwesenden als dringend Verdächtigen hinweisen. Absolut nervig ist allerdings, dass jedesmal, wenn etwas ins Buch kopiert wird, das Ausrufezeichen über dem Buch eine Anfall akuter Nervosität bekommt. Es blinkt und schwankt und buhlt um Aufmerksamkeit. Und zwar so lange, bis man das Buch öffnet und sich anschaut, was man schon weiß, weil man es ja gerade erfahren/gefunden/erlebt hat.

Das oft sehr gut gefüllte Inventar zeigt an manchen Dingen mit einem Pluszeichen ein Objekt, das im Inventar bearbeitet werden kann (Kennzeichnung je nach Modus und Einstellung). Mal muss nur etwas geöffnet werden, manchmal braucht es ein zweites oder drittes Objekt, um den Gegenstand gebrauchsfertig zu machen. Um herauszufinden, ob Personen lügen, konfrontierst du sie mit vorgegebenen Argumenten oder klickst etwas an, was die Person trägt. Du siehst dann, ob die Antwort Wahrheit oder Lüge ist.

Die Wimmelbilder sind abwechslungsreich: Wortsuchlisten mit Interaktionen, Umrisse, Bilder- und Worträtsel. In jedem Wimmelbild ist ein veränderliches Objekt zu finden. Leider sind einige Dinge in den überfüllten Szenen kaum zu erkennen, nicht nur wegen der Größe oder weil sie gut versteckt sind, sondern weil man einfach nicht erkennen kann, was es ist. Alternativ kann ein Murmel-Shooter gespielt werden. Vorsicht am unteren Bildrand - der Radius zum Verlassen der Suchszene ist groß und man landet leicht außerhalb. Zum Teil aufwändig gestaltet sind die Wimmelbilder aber doch unspektakulär, fast langweilig und spiegeln damit die Atmosphäre von Dead Reckoning: Das Herrenhaus von Brassfield gut wieder.

Die Puzzles bewegen sich im gewohnten Rahmen und es ist für fast jeden etwas dabei. Sie sind nicht schwierig, fordern ab und an nur ein wenig Geduld und kommen vor allem denen zu Gute, die an den Puzzles nicht allzu viel Interesse haben.

In der Sammleredition kann der Spieler insgesamt 13 Auszeichnungen erlangen, einige davon beziehen sich auf Aktionen in den den Extras. Es gibt Karten und Masken zu sammeln, im Extrakontent gibt es ausserdem ein Making Of, die 25 Puzzles können erneut gelöst, die 14 Wimmelbilder auf Zeit gespielt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit in jedem Raum nach einem Souvenir zu suchen. Die gefundenen Karten werden zu einem Minispiel, das Murmelspiel, das als Wimmelbild-Alternative im Spiel angeboten wird, kann ebenfalls erneute gespielt werden. Dazu kommen Filme, Musik und Hintergründe. Eipix ist ganz sicher der Entwickler, der am meisten Extra-Inhalte in den Sammlereditionen anbietet. Das Bonusspiel entspricht qualitativ dem Hauptspiel und liegt mit 45 Minuten im Durchschnitt. Es behandelt eine Geschichte, die zwar mit den vorherigen Ereignissen zusammenhängen, aber nicht als direkte Fortsetzung zu sehen sind, so dass die Normalversion ein befriedigendes Ende hat.

Grafisch ist Dead Reckoning: Das Herrenhaus von Brassfield gut, aber nicht sehr gut. Wie im gesamten Spielverlauf fehlt es an Höhepunkten, an Besonderheiten, an Etwas, was gerade dieses Spiel charakterisiert. Mit einer Spielzeit, die allgemein üblich ist, schließt es sich an viele, viele anderen Spiele an. Nett zu spielen, aber ohne Erinnerungswert. Einzig die Abwechslung in den Wimmelbildern sticht heraus, ansonsten bietet man uns reinen Standard von heute. Geschichtlich, grafisch, atmosphärisch, puzzle-technisch - es ist wie die tägliche TV-Soap. Man kennt es und spielt es trotzdem, auch wenn man weiß, dass man nichts zu erwarten hat, was man nicht schon weiß und bereits gesehen hat.

 


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