Das Seelenschiff


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Herausgeber: Alawar
Entwickler: Bolat Games

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Autor:Claudia K.
Datum: 09.09.2010

Amelie gewinnt eine Kreuzfahrt und ohne weiter nachzudenken, packt sie ihre Koffer. Doch nach dem ersten Tag auf dem Schiff macht sie eine erschreckende Entdeckung. Der Luxuskreuzer sieht aus, als hätte Amelie einen 100jährigen Schlaf hinter sich, Passagiere und Mannschaft sind verschwunden und alles was sie hat, ist ein Walkie-Talkie, aus dem eine geisterhafte Stimme immer wieder zu ihr spricht, ihr Anweisungen übermittelt.

Es mutet ein wenig seltsam an, wie dieses junge Mädchen (zumindest sieht sie nicht älter aus, als 17 oder 18) das alles gelassen hin nimmt, nichts hinterfragt und einfach tut, was ihr aufgetragen wird. Deine Aufgabe als Amelie ist es nun, durch das Schiff zu laufen und an 13 verschiedenen Orten wie Maschinenraum, Brücke oder Kapitäns-Kabine nach Spuren und Hinweisen zu suchen, die ihr helfen, dass Schiff wieder in die Gegenwart zu befördern.

Die Wimmelbildszenen sind, von den Inventarobjekten mal abgesehen, mehr oder weniger willkürlich, was es unverständlich macht, warum man dann immer wieder die gleichen sinnlosen Suchobjekte bekommt. Es gibt einige übersetzungsfehler, nicht all zu viele, aber genug, dass man schneller mal zum Hinweis greift, der sich rasch wieder auflädt, wenn man etwas nicht finden kann, in der Annahme, dass der zu suchende Gegenstand eventuell falsch bezeichnet wird. In einigen Szenen hast du dann einen Seelenspiegel, der dir verborgene Gegenstände in einer Szene zeigt. Hast du den Spiegel aktiviert, werden verborgene Gegenstände auf der Karte auch angezeigt, vorher allerdings nicht. ähnlich ist es mit Objekten, die du nur findest, wenn du Kisten oder Schubladen anklickst. Erst wenn du eine Kiste oder was auch immer es ist, gefunden hast, bekommst durch einen Farbunterschied in der Liste angezeigt, dass es nicht gleich sichtbare Objekte in diesem Level gibt. Da es nicht in jedem Objekt eine Ort gibt, wo Dinge versteckt sind und auch der Seelenspiegel nicht überall vorkommt, hast du keine Chance, anhand deiner Liste zu sehen, was du nun eigentlich suchst. Auch konnte man sich bei der Farbgebung nicht einig werden, welche Farbe nun was anzeigt und es fängt an, ärgerlich zu werden, wenn du eine Sternenkonstelation sehen kannst, diese auch als sichtbar auf deiner Liste gekennzeichnet, sie aber nur mit dem Seelenspiegel anklickbar ist.

Dazwischen ist dann Amelie. Gut, ich kann verstehen, dass sie sich einsam fühlt, auf dem Schiff. Aber hat der Spieler auf der Stirn stehen: Sprich mit mir? Erzähl mir Blödsinn? Nein, sicher nicht, aber Amelie kümmert das nicht weiter. Sie plappert und meistens kompletten Unsinn. Das man das dann jedes Mal wegklicken muss, macht das Spiel auch nicht besser.

Einige der Objekte, die du suchen sollst, sind in der Szene mehrmals erhalten, selbstverständlich wird aber nur eines auch gewertet. Klickst du zu oft falsch, zerfällt dein Mauszeiger für einen Moment. Im übrigen auch, wenn du genau in dem Moment auf ein richtiges Objekt geklickt hast. Andere sind nicht klickbar, sondern du musst dich vorsichtig drum herum klicken, der Hinweis zeigt dir dann auch nur das Objekt, dass du suchen sollst, nicht das, dass du anklicken musst. Nichts von dem kommt ständig vor, aber alles zusammen ist nervig und gibt das Gefühl, dass es schlampig gemacht wurde.

Ein Objekt geht nach der Wimmelbildszene in dein Inventar, du wirst keine Schwierigkeit haben, herauszufinden, wo genau es hingeht. Es gibt keine freie Bewegung und Inventarobjekte werden in der Regel an Ort und Stelle benötigt.

Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, bekommst du eine Karte - impliziert wird, dass nirgendwo Licht ist (und natürlich kommentiert Amelie diese Dunkelheit ausführlich). Dumm nur, dass es überall taghell ist, dass man z.B. während man darauf wartet, dass Amelie endlich den Mund hält, auf einen hellerleuchteten Aufzug starrt. Aufgrund der "überall herrschenden Dunkelheit", musst du in den folgenden Szenen unterschiedliche
Anzahlen von Glühbirnen finden. Auf der Karte, die drei Stockwerke eine Schiffes anzeigt, müssen diese Glühbirnen nun in Kästchen eingesetzt werden, bis du deinen nächsten Bestimmungsort hast. Wie oft in schlechten Spielen: Genau an dem Punkt endet Amelies Geschwätzigkeit. Du hast keinerlei Bezugspunkte, in welchem der Stockwerken und wo dort der nächste Raum zu finden ist. Hast du den Raum aber einmal gefunden, kannst du ihn durch einen Doppelklick immer dann erreichen, wenn du dort hin musst. Was auch keinen Sinn ergibt: Denn die Glühbirnen sind weg... vermutlich tastest du dich mit Blindenstock dahin.

Auch bei Minispielen, die zwischen lächerlich einfach und durchaus anspruchsvoll liegen, fehlen Erklärungen. Der eine Satz, der dir als "Anweisung" gegeben wird, erklärt nichts und ist ab und an auch noch eher irreführend oder falsch.

All dies ist schade, denn mit ein bisschen mehr Sorgfalt hätte aus dem Spiel ein Gutes werden können. Es ist ein Wimmelbildspiel, dass von kleinen und größeren Puzzle unterbrochen wird, die Grafiken sind gut, du wirst keine Probleme haben etwas zu sehen, die Szenen sind zwar nicht grell, aber doch hell genug. Die Geschichte selber nett und folgt einem roten Faden, was diese dummen Bemerkungen von Amelie noch weniger verständlich macht, denn sie lassen einen schnell die Lust verlieren, bei den Zwischenszenen wirklich aufmerksam zu sein.

Das Ende kündet eine Fortsetzung an und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich freuen oder in der Hoffnung schwelgen sollte, dass dies nie passiert. Wenn eine Fortsetzung polierter ist, dann gern. So wie jetzt ist ein Suchspiel - nicht nur nach Objekten, sondern auch nach Erklärungen, nach Hilfe, nach einem Weg das Plappermäulchen zu stopfen.

Für einen geduldigen Spieler, dem es nichts ausmacht, jeden Raum erst mal aufwendig zu suchen, der sich nicht an der Plauderei eines einsamen Teenagers stört und dem es Spaß macht, bei Puzzlen nicht nur die Lösung sondern die gesamte Anleitung selber herauszufinden, für den
ist "Das Seelenschiff" auf jeden Fall ein hübsches Spiel, dass den Probedownload auf jeden Fall lohnt.