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Darkness and Flame: Fehlende Erinnerungen


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Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Five-BN

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 23.08.2017


Wimmelbild-Abenteuer maximal durchschnittlicher Länge und Schwierigkeit mit guten Wimmelbildern
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In direkter Fortsetzung von Darkness and Flame: Das Feuer des Lebens sind Alice und ihr Onkel Colin zurück in einer post-apokalyptischen Stadt angekommen, wo Colin mit schweren Albträumen und Gedächtnisverlust schwer darnieder liegt. Auf der Suche nach einem heilendem Stein machen sie sich auf den Weg.
Die Kenntnis des Vorgängers ist nicht erforderlich, einiges wird in schnellen Rückblenden nach gereicht.

Wie schon in besagtem Vorgänger wird die Geschichte ansprechend erzählt, enthält aber für etliche Spieler wiederum zu viele Einspieler, die den Fluss hemmen. Sie lassen sich aber zumindest auch überspringen. Die Geschichte wird zu einem echten Ende geführt, das aber schnell kommt. Die Länge ist im durchschnittlichen Bereich für aktuelle Spiele angesiedelt, also eher kurz, überhaupt kein Vergleich zu dem sehr guten Spiel Lost Lands: Der goldene Fluch desselben Entwicklers.

Die Grafik ist gelungen, ebenso die Videosequenzen.

Ein großes Lob verdienen sich die Entwickler hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit. Das Inventar enthält einen Pfeil für das Zurückgehen, es wird auch nicht etwa lästig Objekt für Objekt gescrollt, sondern abschnittweise, was den Klick-Aufwand vermindert. Eine halbe Extra-Tasse verdienen sich Five-BN dadurch, dass in der Moduswahl das Einblenden von Aufgaben abgestellt werden kann.

Die Karte ist wieder wie schon gewohnt in fünf Bereiche eingeteilt, die durch Karteireiter aufgesucht werden können, sehr übersichtlich. Leider hat sich diesmal ein Fehler eingeschlichen, indem ein Ort keinen eigenen Eintrag besitzt, was für Ratsuchende zum Problem werden kann.

Die große Schwäche liegt im Abenteuerteil, also den unterwegs zu erledigenden kleinen Aufgaben. Hier haben die Entwickler erneut offenbar keine Mühe investiert. Es wimmelt von Schlüsseln und Emblemen, dazu jede Menge sattsam bekannte Standards wie Nähte aufschneiden, Tiere füttern, Feuer löschen, und selbst der vermaledeite kaputte Reißverschluss erhebt sein hässliches Gesicht.

Eine Stärke dagegen stellen wiederum die Wimmelbilder dar. Großteils handelt es sich wieder um solche, bei denen in Rätselform Objekte gesucht und geeignet verwendet werden müssen, wobei häufig kleine Minispiele eingebaut sind.
Ein Wimmelbild ist insofern happig, als die Suchobjekte in einer Minute gefunden werden müssen, dieses ist allerdings als Minispiele deklariert.

Womit wir bei den Minispielen wären: Sie reichen hinsichtlich Schwierigkeit von extrem leicht (wenn etwa nur ein gezeigter Code eingestellt werden muss) bis hin zu durchaus solchen, die den Einsatz der grauen Zellen erfordern. Tatsächlich gibt es sogar einige, die wir so bislang noch nicht oder sehr selten gesehen haben. Zwei Beispiele: Ein 3-gewinnt erfordert das Herunterfallen von Schlüsseln zu einem Schloss, wobei das Spielfeld gedreht werden kann. Ein weiteres erfordert das Verbinden von Punkten mit einem geschlossenem Linienzug, wobei aber an gewissen Stellen Kristalle auftauchen, die den Weg teilweise versperren. Hier ist Strategie gefragt zusammen mit einer Gedächtnisleistung, denn wir müssen uns merken, wo diese Kristalle auftauchen.

Die deutsche Fassung hat neben einigen Fehlern ein absolutes Schmankerl im Angebot. Wir treffen unterwegs einen Herrn, der folgendes spricht: "I see you're travelling light." Was so viel bedeutet wie: Ich sehe, ihr reist mit leichtem Gepäck. Und in der unnachahmlichen Art von equal goes it loose wird das tatsächlich hier übersetzt mit "Ich sehe dein Reiselicht". Man muss kein Englisch können, um zu merken, dass das in jedem Fall mal kompletter Schwachsinn ist.

Die Sammlerausgabe enthält in jeder Szene je ein Suchobjekt aus verschiedenen Kategorien und ein Chamäleonobjekt. Das Bonusspiel ist wie üblich recht kurz, aber wenigstens ähnlich wie das Hauptspiel aufgebaut mit vergleichbarem Anspruch, fällt also nicht gegenüber letzterem ab. Minispiele können nach gespielt werden, leider nicht die Wimmelbilder. Dazu gibt es sechs Legepuzzles und Bonus-Minispiele. Diese sind sämtlich von derselben Art, nämlich Fäden entwirren, was nur eingefleischte Fans dieser Sparte erfreuen kann. Dazu kommt das übliche Material. Ob das den doppelten Preis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.

Fazit:
Es liegt ein maximal durchschnittlich langes Spiel mit guter Geschichte, schönen Wimmelbildern und zumindest teilweise ansprechenden Minispielen vor, wobei der Abenteuerteil absolut nicht überzeugt.