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Darkarta: Das zerbrochene Herz


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Tutti Frutti

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 10.02.2019


Einfaches Wimmelbild-Abenteuer ordentlicher Länge mit schönen Wimmelbildern
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Wir werden mit einem – wie sich heraus stellt – fingierten Brief nach Indien gelockt. Unterwegs mit Mann und Tochter wird diese entführt. Im Laufe des Spiels haben wir die Zusammenhänge zur anfänglich gebotenen Tragödie Jahrhunderte zuvor aufzudecken.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Gut: Die Einblendung von Errungenschaften ist abschaltbar. Noch besser wäre es gewesen, wenn das auch zuverlässig funktionierte. Ich habe viel zu häufig eine entsprechende Mitteilung erhalten, bei der ironischer Weise angekreuzt war, dass die Einblendung unterbleiben soll.

Die Geschichte spielt also in Indien, was zu einer erheblichen Anzahl von ungewohnten Namen führt, damit zu leichter Verwirrung, wenn man sich denn überhaupt dafür interessiert. Indien als Schauplatz ist immerhin mal etwas neues, die Geschichte selbst mit der Entführung eines Kindes dagegen ganz und gar nicht. Und auch das meiste, was wir unterwegs zu erledigen haben, ist (vorsichtig formuliert) durchaus schon bekannt. Wir haben Embleme und dergleichen zu finden und einzusetzen, eine Leiter zu reparieren, Tiere wahlweise zu bestechen oder zu vertreiben und so weiter. Wenigstens wird nicht jedes Werkzeug nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Jedoch starten wir jedes Kapitel neu mit leerem Inventar, so dass etwa ein Hammer wieder besorgt werden muss.

Die Kapitel sind in sich abgeschlossen, es gibt kein Zurück. Vor allem dadurch bedingt haben wir kurze Laufwege und recht wenige Szenen. Und das wiederum führt zu wenig Möglichkeiten zum Erforschen, insgesamt werden wir doch ziemlich an kurzer Leine geführt. Wer sich daran nicht stört, wird mit einem ansonsten unterhaltsamen Fortgang bedient. Das Ende schließt die Geschichte ab. Es ist sehr ungewöhnlich (wir verraten hier lieber nicht zu viel) und kommt nach einer für aktuelle Verhältnisse erfreulich langen Spieldauer zustande. Wer die vielen Einspieler ansieht, die zum Teil entbehrlich sind, zum Teil aber wesentlich für das Verständnis der Hintergründe, wird sogar noch mehr Zeit benötigen. Leider ist während fast des ganzen letzten Kapitels offenbar den Entwicklern die Lust ausgegangen. Hier wird es doch zäh bis hin zu langweilig wegen vieler Wiederholungen.

Die Grafik ist überwiegend gut gelungen, detailreich, gelegentlich etwas zu farbenfroh. Die Animationen der Personen sind sparsam.

Die Musik ist nach kurzer Zeit nervtötend. In einer Endlosschleife werden die ständig gleichen Tonfolgen wiederholt. Dies weiß ich nur deshalb, weil sie sich trotz Ausschaltens der Musik in den Optionen immer mal wieder ungebeten eingeschlichen hat. Und unglücklicherweise betrifft das Ausschalten anscheinend auch nicht die Wimmelbilder. Mehrfach half nur das komplette Ausschalten des Tons, um nicht durchzudrehen.

Da schon technische Mängel erwähnt wurden, hier sind weitere: Schaltet man auf Fenstermodus, muss das Spiel neu gestartet werden, um diesen tatsächlich zu aktivieren, das geht schon mal gar nicht. Im Fenstermodus ist die Maussteuerung schlecht. Ungezählte Male landete ich außerhalb des Spiel-Fensters, weil offenbar zu weit unten geklickt wurde, wohlgemerkt durchaus innerhalb des Fensters, nur eben dort unten. Weitere Mängel werden bei der Sammlerausgabe beschrieben.

Die angebotenen Hilfen sind Standard. Wir haben eine Karte mit Transportfunktion und einen Tipp, der ebenfalls teleportieren kann. Ein oder zweimal allerdings verwies er auf eine Ansicht, bei der nichts zu tun war.

Die Wimmelbilder zählen zu den Stärken des Spiels. Sie sind variantenreich: Wir haben klassische Wortsuchlisten (auch mit Interaktionen), Fragmentsuche, Symbol- bzw. Mustersuche, solche mit Einsetzen gefundener Objekte und ebenfalls als Rätsel gestaltete. Manche haben ein Minispiel eingebaut. Die meisten können wahlweise durch ein 3-Gewinnt ersetzt werden.

Die Minispiele sind zahlreich. Wir haben hier viele altbekannte wie Rohrrätsel und Balken-Verschiebe-Rätsel sowie zusammen zu setzenden Bildern. Dazu kommen aber auch ein paar eher ungewohnte. Der Schwierigkeitsgrad beginnt bei extrem leicht und reicht ansonsten über meist mittelschwer bis hin zu einigen wenigen anspruchsvolleren. Ein klares Manko ist die fast durchgängig fehlende Neustartfunkion. Auch die Instruktionen weisen das eine oder andere mal Schwächen auf, von missverständlich bis unzutreffend.

Ein notwendiges Wort zur deutschen Fassung. Sie ist schlicht unterirdisch. Neben vielen Rechtschreibfehlern wurden einige Bezeichnungen gar nicht, andere schlecht übersetzt. Der Autor hat ganz offensichtlich das Spiel nicht selbst gespielt. Zwei persönliche Highlights: Heilkräuter werden mit Pflanzenheilkunde übersetzt. Und ein Satz wurde wohl von Herrn Google oder einem anderem Blech-Kollegen übersetzt: "Stammten die Stämme Schlangen? Das gibt mir die Nervosität." Aus Insiderkreisen ist zu erfahren, dass eine bessere Fassung erscheinen wird, jedoch nicht bei BigFish.

Zur Sammlerausgabe: Wir empfehlen sie selten. Hier ist die Sache klar, wir raten eindeutig ab. Es gibt in vielen Szenen morphende Objekte, stets von derselben Art, zu finden, dazu Erinnerungsstücke. Neben dem üblichen können viele Wimmelbilder und Minispiele nachgespielt werden. Das integrierte Handbuch ist in weiten Teilen unbrauchbar. Mehr als ein oder zweimal ist es schlicht falsch, es werden da Objekte verwendet, die noch gar nicht in unserem Besitz sein können. Mehrere Minispiele werden nicht erklärt. Da viele zur Sammlerausgabe greifen dürften, um das Handbuch bei Bedarf zu benutzen, erklärt sich das Abraten also von selbst. Dazu ist die Angelegenheit der Wimmelbilder und Minispiele schlecht realisiert. Nach Abschluss eines davon landen wir im Hauptmenü statt im Untermenü der Minispiele bzw. Wimmelbilder in den Extras. Die (zu) vielen technischen Mängel sind womöglich der Tatsache geschuldet, dass mit Tutti Frutti ein neuer Entwickler auf den Plan tritt. Er residiert in Indien, daher auch die Ansiedelung der Geschichte ebenda. Gönnen wir ihnen also Nachsicht und hoffen auf Besserung bei weiteren Spielen.

Fazit:
Wir haben hier ein Spiel ansprechender Länge mit guten Wimmelbildern, gemischten Minispielen, gelungener Grafik und einer weniger überraschenden Geschichte. Es wird kleinschrittig voran getrieben, unterhält aber ansonsten. Neben einer unsäglichen deutschen Fassung missfallen technische Kleinigkeiten. Von der Sammlerausgabe wird vor allem wegen des weitgehend unbrauchbaren Handbuchs abgeraten.