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Dark Tales: Der Untergang des Hauses Usher von Edgar Allan Poe


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 21.03.2014
Deutsch (Normal): 04.07.2014

Ganz ordentliches Wimmelbildabenteuer für durchschnittliches Spielvergnügen
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Als Assistent des berühmten Detektives Dupin reisen wir mit ihm zum Anwesen der Familie Usher. Am Tor erwartet uns bereits Dr. Morris, der uns vorab per Brief um diesen Besuch gebeten hat. Ihm bereitet es große Sorgen, dass Madeleine, die Zwillingsschwester von Roderick Usher verschwunden ist. Außerdem erwähnt er eine mysteriöse Krankheit, an der die beiden schon seit längerer Zeit leiden. Zudem erhalten wir noch ein vielversprechendes Tagebuch, das der Detektiv, der vor uns mit dem Fall betraut war, zurückgelassen hat. Warum ist Madeleine verschwunden, welches Leiden sucht die Geschwister heim und welche Rolle spielen die Hausdame und der Arzt?

Es wirkt schon seltsam, dass uns die Figuren von ERS neuerdings nur noch anstarren, obwohl sie mit uns sprechen. Dafür sind die Stimmen akzeptabel, die Grafik glücklicherweise nicht ganz so bunt und verschnörkelt und die Geräuschkulisse eher dezent gehalten. Die wichtigsten Bedienelemente befinden sich übersichtlich angerichtet am unteren Bildschirmrand und auch von zu vielen Gesprächen und Zwischensequenzen sieht man freundlicherweise ab. Inhaltlich weicht es, Ausnahmen sind die Namen einiger Darsteller, gewaltig vom Original ab. Bis auf den Anfang haben die Geschichten nichts gemeinsam. Trotzdem wurde Edgar Alan Poe in einer kurzen Szene mit ins Spiel eingebaut, direkt neben Beethoven!

Da wir uns den Schwierigkeitsgrad im vierten Modus beliebig zusammenstellen können, beschränkt sich die Beschreibung auch nur auf diesen. Wir dürfen wählen, ob wir eine Einführung wünschen, ob aktive Bereiche und die Wimmelbilder glitzern sollen, ob wir Texthinweise erhalten möchten, Klickstrafen akzeptieren und wie lange die Ladezeiten von Tipp und überspringen dauern sollen. Einstellbar sind hier jeweils die Sekunden zwischen 5 und 200. Wer sich hier nicht ganz sicher ist, kann seine Wahl beliebig oft unter Optionen ändern.

Ein riesiger Reinfall ist die Karte, die zwar transportieren kann, aber nur recht spärlich auch die Orte anzeigt, an denen Aufgaben zu erledigen sind. Oftmals müssen wir sie erst in die richtige Position ziehen, dann ein Gebäude finden, das überhaupt besuchbar ist, in dieses hinein klicken, nur um dann festzustellen, dass es hier nichts für uns zu tun gibt. Außerdem kann es vorkommen, dass eine Stelle als „offen“ markiert wird, es dort aber nichts auszuführen gibt. Wenn wir dann genervt den Hinweisbutton bemühen, stellen wir fest, dass dieser uns in eine ganz andere Richtung führt. Es ist zwar oft nicht der sinnvollste Weg, da er uns auch zu halbfertigen Einsatzorten bringt, aber immer noch der schnellere. Die Strecken sind ein endloses Hin und Her. Wir finden ein Teil bei A, tragen es zu B, setzen es dort ein, erhalten erneut ein Utensil, befördern dieses wieder nach A, um dort ein Objekt für C zu erhalten. Einzig ein Messer verbleibt etwas länger im Inventar. Alles andere suchen uns wir ständig mühselig zusammen. In den meisten Teilen des Spiels ist unser Equipment deshalb hoffnungslos überladen.

Ziemlich zu Beginn machen wir die Bekanntschaft mit dem Wiedergeborenen. Er bleibt bis zum Ende unser Begleiter und erweckt alles aus Stein wieder zum Leben. Dazu kommt noch eine kleine Käfigmaus, die anfangs nicht in der Lage ist, uns Dinge aus kleinen Löchern zu holen. Erst als wir sie über ein nett gemachtes Labyrinth-Spiel dressieren, kann sie uns behilflich sein. Leider opfern wir sie im späteren Spielverlauf, um eine Katze vom Baum zu bekommen! Auf Tiere treffen wir in diesem Spiel aber von Grund auf mehr als häufig. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um versteinerte, lebendige oder mechanische Zwei-, Vier, und Achtbeiner handelt. Irgendwie gelingt es ihnen immer, uns auf irgendeine Art und Weise nützlich zu sein. 

Bei den Wimmelbildern ist sicherlich für jeden etwas dabei. Die 16 Stück unterteilen sich in „Gegenstände an Hand einer Beschreibung finden“, „gleiche Paare oder Formen suchen“, „Fragmente eines einzigen Objekts entdecken“, „eine Landschaft verändern“ und die normalen Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen. Negativ ist hier nicht, dass wir jedes Wimmelbild ein zweites Mal aufsuchen, sondern dass wir meistens bei der ersten Visite schon wissen, nach was beim nächsten Besuch gesucht werden muss. Dafür sind sie die Szenen hier aber relativ übersichtlich und bei weitem nicht so überladen, wie wir es bei ERS schon gesehen haben. Wer keine Lust auf Wimmelbilder hat, kann stattdessen in eine 3-Gewinnt-Variante wechseln, bei der man die Steine durch rotieren tauscht.

Die Rätsel, die sich in ihrer Anzahl in etwa die Waage mit den Wimmelbildern halten, sind größtenteils Hausmannskost, driften von Zeit zu Zeit aber auch auf Vorschulkinderniveau ab. Gerade dann wenn wir ein Flugzeug oder ein Schiff zusammenbauen und diese auch noch in den unmöglichsten Farben bemalen, sinkt das Vergnügen gegen Null. Dazu drehen wir wieder mal Ringe, wiederholen Sequenzen, verschieben Figürchen an die richtige Position und tauschen Bildwürfel miteinander aus, wahlweise auch mal Bildstreifen. Einzige löbliche Ausnahme ist ein toll gemachtes Hütchenspiel, bei dem unser Gegner ein Skelett ist, das uns gleich mit vier Bechern verwirrt. Erst am Ende der Normalversion erwarten uns dann ein paar anspruchsvollere Minispiele, die mehrheitlich auf Geduld ausgelegt sind. Noch zu erwähnen sei, dass fast alle Rätsel eine Neustart-Funktion haben und dass wir bei etlichen davon zwischen zwei Schwierigkeitsgraden wählen können.

Teilweise überraschend, aber sehr kurz ist das Ende, wenn wir nach ca. 4,5 Stunden endlich erfahren, was der Auslöser des ganzen Dilemmas ist. Das Bonuskapitel dauert nochmal ca. 1,5 Stunden, allerdings überschreiten hier einige Aktionen ganz sicher unsere Toleranzgrenze in punkto Unsinnigkeit. So schneiden wir beispielsweise ein riesiges Stück Eisenzaun an einer Grundstückgrenze heraus, um dieses ständig mit uns herumzutragen, damit wir es als Leiter benutzen können! Dazu gesellen sich mehrmals die gleichen Orte wie im Hauptspiel und eine noch unbrauchbarere Karte. Als Extra sammeln wir Münzen, die in Puppenhäusern versteckt sind. Immer wenn wir auf so ein Gebäude stoßen, müssen wir es mit einer Lupe absuchen, um die im Inneren versteckten Taler zu finden. Am Ende können wir damit in einem Labor Gerätschaften für die Untersuchungen von Beweismitteln kaufen, was nichts anderes bedeutet, als dass wir nochmal drei sehr leichte Zusatz-Rätsel bekommen. Neben Auszeichnungen und einer Kamera, mit der wir beliebig oft Bilder knipsen können, erhalten wir als Bonusmaterial noch die Filmeinspielungen, Wallpapers, Musik, Konzeptkunst und können alle Minispiele und Wimmelbilder noch einmal spielen.

„Dark Tales: Der Untergang des Hauses Usher von Edgar Allan Poe“ ist immer noch kein vollständig durchdachter, endlich perfektionierter Teil dieser Reihe. Wurde in anderen Parts dies oder jenes bemängelt und danach abgestellt, öffnen sich hier abermals neue Baustellen. Bei sich selbst zu klauen und nur die Rosinen herauszupicken ist nicht verboten, liebes ERS-Team. Und da sich Spieler wie auch Fans weiterentwickeln, wäre es doch nur logisch, dass dies mit den Dark Tales-Spielen auch geschieht. Natürlich ist nicht alles schlecht und an einigen Stellen merkt man durchaus, dass Potential vorhanden ist, aber über Mittelmaß kommt auch dieses Spiel nicht hinaus. Die Probestunde ist ein guter Querschnitt, die Sammlerediton überflüssig.


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