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Dark Strokes: Das Königreich des Schnees


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Friday's Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Elke M.
Datum: 09.04.2014
Deutsch (Normal): 11.07.2014

Teilweise unterhaltsame Schneewittchen-Adaption, die sich gut für Neueinsteiger oder Wenigspieler eignet
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Als Jäger Alan Wood beobachten wir, wie eine Kutsche von einem unheimlichen Ritter, der augenscheinlich nur aus Nebel und Schnee besteht, verfolgt wird. Mutig schreiten wir ein und verjagen den seltsamen Reiter. In der Droschke sitzt ein wunderschönes Mädchen mit güldenem Haar, das Adele heißt. Wir bieten ihr an, mit zu unserer Waldhütte zu kommen, da sie sich nicht mehr nach Hause traut. Einige Abende später sehen wir am Himmel einen Fesselballon schweben. Er verliert dabei ein Päckchen und gemeinsam öffnen wir es. Das ist der Beginn einer langen und gefährlichen Reise…

Die Entwickler entführen uns in eine detailverliebte Märchenwelt, in der es viel zu entdecken gibt. Wann immer wir einen Gegenstand anklicken, bewegt er sich. Tiere laufen oder flattern weg, Blumengestecke lassen ihre Blätter fallen und beim Essen verschwindet ein Bissen. Dazu passen die grafisch hübsch ausstaffierten Akteure, ihre Lippenbewegungen und die dezente Hintergrundmusik. Manche der Stimmen klingen leicht übertrieben, aber da diese wenig Text erhalten haben, können wir locker darüber hinwegsehen. Gegen Spielende werden wir immer öfter an Inhalte und Elemente von Schneewittchen erinnert, obwohl die ursprüngliche Handlung eine andere ist.

Die Auswahl des Schwierigkeitsgrades ist übersichtlich. In einer Liste sehen wir sofort, was in welchem Modus verfügbar ist. Unterteilt werden sie in „Normal“, „Fortgeschritten“ und „Schwer“. In der einfachsten Stufe erhalten wir eine ausgiebige Einführung, werden auf interessante Bereiche hingewiesen, können unsere aktuellen Aufgaben abrufen und die Tipp- bzw. überspringen-Funktion steht uns nach 30 Sekunden wieder zur Verfügung. Außerdem bekommen wir in den Wimmelbildern keine Klickstrafen. Im mittleren Modus entfallen das Tutorial und das Glitzern, wir müssen auf die Aufgabenliste verzichten und es gibt Klickstrafen. Außerdem dauert es zwei Minuten, bis sich der Hinweisbutton und überspringen wieder aktiviert haben. Im schwersten Modus werden wir komplett allein gelassen und spielen ohne jede Hilfestellung.

Als Helferlein ergattern wir einen kleinen Luchs, dem wir selbst einen Namen verpassen dürfen. Puffi klettert daraufhin artig auf Bäume, in dunkle Löcher und buddelt wie ein Hund verschiedene Dinge aus. In der zweiten Spielhälfte kommt er allerdings nur noch sehr selten zum Einsatz und am Ende verschwindet er grußlos aus dem Inventar. Wann immer er einen Einsatz hat, wird uns durch ein Pfotensymbol angezeigt, in das sich unser Mauszeiger dann verwandelt.

Im Tagebuch, das die Geschichte mitschreibt und auch kleinere Hinweise festhält, erhält auch die Karte ihren Platz. Sie ist einfach gehalten, sehr übersichtlich und führt uns nie an der Nase herum sondern weist uns zuverlässig die korrekte Richtung. Gerade zu Beginn finden wir uns problemlos zurecht. Die Wege sind kurz, die Aufgaben logisch und das Vorankommen bereitet uns keine Schwierigkeiten. Erst wenn sich gegen Spielende mehr und mehr Räume auftun, lässt es sich kaum mehr vermeiden, einen Blick in die Karte mit Springfunktion zu riskieren.

Einige der Inventargegenstände erlauben eine Vergrößerung. Dann ist es möglich, ihnen etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen. Wir erkennen diese besonderen Objekte daran, dass sie mit einem Pluszeichen versehen wurden. Außerdem erhalten wir noch drei Tränke, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen und relativ häufig zum Einsatz kommen. Das Brauen dieser ist aber nebensächlich.

Bei den Wimmelbildern wurde etwas getrickst. Wir beginnen mit einer Umriss-Suche, bei der wir Utensilien wieder im Bild verwenden können. Dann suchen wir z. B. nach Musikinstrumenten oder stoßen auf eine Variante, die wie ein Theater aufgebaut ist. Nach der Probestunde bekommen wir allerdings nur noch Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen serviert, die fast bis zum Spielende andauern. Erst dann werden die Suchbilder wieder abwechslungsreicher. Einige öffnen sich auch ein zweites Mal, meist aber mit großem Abstand. Die Gegenstände sind alle gut zu finden, obwohl die Szenen komplett zugestopft sind, mit allerhand nützlichem und unnützem Kram. Am Ende bekommen wir dann ein oder zwei Objekte für unser Inventar.

Die Rätsel nehmen hier nicht überhand. Wohldosiert werden sie uns ab und an aufgetischt. Optisch haben sich Friday’s Games viel Mühe gegeben, um sie ihrer Umgebung anzupassen. Der Schwierigkeitsgrad ist aber fast durchgängig auf niedriger Stufe angesetzt, obwohl wir immer die Wahl haben, ob wir die Minispiele leicht oder schwer spielen möchten. Wir reiten mit unserem Pferd an Hindernissen vorbei, bewerfen einen bösen Zauberer mit Schneebällen, verschieben Blöcke, drehen Kacheln und rotieren farbige Steine in die richtigen Ecken. Auch hier sind die Rätsel zu Beginn mit mehr Aufwand gestaltet worden, als ihre Nachfolger. Und das ist vermutlich ebenso ein Hinweis darauf, dass man die ersten 60 Minuten besonders interessant halten wollte.

Die Geschichte ist sehr geradlinig, immer wieder werden zwischendurch die Zusammenhänge erklärt, so dass wirklich jeder gut folgen kann. Allerdings endet sie sehr abrupt nach kurzen 3,5 – 4 Stunden. Im ca. 60-minütigen Bonuskapitel erfahren wir dann, wie es mit Adeles Vater weitergeht, aber auch hier ist der Schluss sehr knapp. Es spielt an neuen Orten, außerdem haben wir dieses Mal keine Karte und relativ viele Wimmelbilder zu lösen. In der Sammleredition können wir zusätzlich 35 Schneeflocken einsammeln, ferner 12 Schriftrollen und 10 magische Objekte, die aber nur in den Wimmelbildern vorkommen. Dazu gesellen sich 20 Auszeichnungen, Wallpapers, Konzeptkunst, Musik, Filme, 12 wiederspielbare Rätsel und 12 Puzzle.

„Dark Strokes: Das Königreich des Schnees“ ist grundsätzlich ein unterhaltsames Spiel. Vieles ist altbekannt, aber zumindest so umgesetzt, dass es nicht langweilt. Leider haben Friday’s Games ein zu großes Augenmerk auf die Probestunde gelegt und täuschen damit sicherlich den ein oder anderen Kunden. Es wird danach nicht extrem schlechter, aber es ist in vielen Bereichen nicht mehr so abwechslungsreich wie zu Beginn. Es eignet sich bestens für Zwischendurch, aber auch für Neueinsteiger und Wenigspieler. Die Probestunde ist leider kein zuverlässiger Querschnitt, die Sammleredition ist aber definitiv ihr Geld nicht wert.


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