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Dark Romance: Winter Lilie


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Herausgeber: Bigfisg Games
Entwickler: Domini Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 21.06.2018


Gut erzählte Geschichte, schöne Wimmelbilder, Schwächen im Abenteuerteil
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Wir haben es zu tun mit der üblen Königin Nivella, die für ihren Geschmack zu zügig altert, dafür aber im Besitz von Magie ist. Ein Ausweg für sie besteht darin, eine junge, schöne Prinzessin reinen Herzens auszubeuten. Eine solche ist zur Stelle, versteckt sich aber im Königreich Winterhelm, in welchem, wie es der Zufall will, der junge König dringend eine Gemahlin sucht – ebenfalls jung, schön und reinen Herzens, versteht sich.

Wir spielen nun abwechselnd als William (besagter junger König) und Lily, die Prinzessin. Der Kunstgriff, von Zeit zu Zeit die Spielfigur zu wechseln, ist nicht neu, aber doch eher ungewöhnlich und versorgt uns mit willkommener Abwechslung. Durch die wechselnden Perspektiven gelingt es den Entwicklern, die Geschichte auf nicht allzu geradlinige Weise voran zu treiben. Eingebaut ist hier übrigens eine feministische Note: Die Rollen sind insofern ungleich verteilt, als William pausenlos in drastische Schwierigkeiten gerät, aus denen ihn Lily mit allerlei Hilfe befreien muss.

Ist die Geschichte und ihre Umsetzung zunächst eine Hauptstärke des Spiels, so kann das von den unterwegs zu erledigenden Aufgaben nur bedingt gesagt werden. Zwar ist hier alles so weit durchaus logisch und zielgerichtet, aber von lähmender Einfallslosigkeit. Dass eine Menge von Emblemen aller Art ihren Auftritt hat, sind wir gewohnt. Aber die gehäufte Ansammlung von Standardproblemen wie kaputte Leiter reparieren oder Spinnweben entfernen (dieses gleich dreimal!) überzeugt weniger. Jede Menge Schlüssel, mehrfach Schaufeln, Zangen, Anleitungen für Rätsel und Rezepte und so weiter trüben das Gesamtbild.

Die völlig überflüssigen Banner, die über neue und erledigte Aufgaben informieren, lassen sich auch hier wieder nicht abschalten, können aber wenigstens per Mausklick beendet werden. Ebenfalls eher überflüssig sind die Animationen beim Aufnehmen von Inventarobjekten und besonders die Tatsache, dass wir des öfteren etwa erst dann aufnehmen können, wenn wir eine nicht unbedingt benötigte Notiz zur Kenntnis genommen haben.

Das Ende der Geschichte ist dagegen wieder zufrieden stellend und nicht selbstverständlich heutzutage ist auch die Spieldauer diesmal eher überdurchschnittlich, wenn auch nicht vergleichbar mit denen vor 5 und mehr Jahren.

Die Grafik ist ansprechend gelungen, ein wenig grell eventuell, dem Zeitgeschmack folgend. Die Animationen gefallen ebenfalls, auch die Lippenbewegungen der Sprecher passen recht gut zum gesprochenen Text. Auch hier gibt es aber ein Manko zu berichten: Es tritt anfangs eine winzige Elfe auf, die mit einer ebenso winzigen nervig piepsigen Stimme versehen wurde, die durch Mark und Bein dringt. Eine erhebliche Anzahl von Videosequenzen ist ebenfalls eingebaut, alle recht schön gemacht, aber in der Länge übertrieben. Sie lassen sich aber überspringen, so dass wir hier dann doch nicht klagen wollen.

Die Wimmelbilder sind eine weitere Stärke des Spiels, mehrheitlich nicht zu einfach und abwechslungsreich gestaltet.

Die Minispiele liegen bis auf wenige Ausnahmen in zwei Varianten vor: leicht und schwer. Sie lassen sich überspringen und auch zurück setzen. Einige sind leicht, wenige heftig, in der Mehrzahl sind sie von mittlerer Schwierigkeit. Bei manchen wird Geduld benötigt, bei anderen erfreulicherweise ein wenig strategisches Denken.

Die Sammlerausgabe ist einigermaßen großzügig bestückt: Es gibt eine Menge an Suchobjekten zu finden (oft genug allerdings einfach anzuklicken), etliche Minispiele und Wimmelbilder können nach gespielt werden, dazu das übliche.

Fazit:
Hinsichtlich der Geschichte und deren Vorantreiben überzeugt da Spiel, die Wimmelbilder sind ebenfalls gut, die Minispiele zumindest in der Mehrzahl. Schwächen treten im Abenteuerteil auf. Insgesamt können wir beruhigt eine Empfehlung aussprechen,