Dark Parables: Die Schwanenprinzessin und der Lebensbaum


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 21.09.2016


Lang, aber nicht mitreissend
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Überall im Königreich der Schreckensinseln sind seit dem Verschwinden des magischen Samens aufgetaucht. Diesen benötigt die Göttin Flora, um sich zu regenerieren und die Balance der Natur im Gleichgewicht zu halten. Verdächtigt wird ein Mitglied der Schwanengarde, doch ist das wirklich so. Und wenn ja, warum? Ist doch die Schwanengarde zum Schutz des Königreiches da. Wirst du der Schwanenprinzessin helfen können?


Vier Modi stehen dir zur Verfügung; beim individuellen Modus gibt es eine ausreichende Auswahl, um die "Ich-halte-dein-Händchen"-Funktionen ausser Kraft zu setzen. Der Tipp dient auch als Reisebüro, sofern der nächste Aktionsort mehr als einen Schritt entfernt ist und ist ansonsten zwar zuverlässig, aber umständlich. Die Karte, ebenfalls mit der Option der schnellen Reise, zeigt, je nach Modus, an, wo du bist und wo es noch etwas zu tun gibt. Die "Ziel"-Anzeige ist dabei eher irrelevant, die zeigt nur die Kapitelzielorte, aber dahin musst du am Ende eh immer.

Grafisch gesehen ist Dark Parables: Die Schwanenprinzessin und der Lebensbaum wie Eipix eben ist. Oder wie BlueTea, der ursprüngliche Entwickler dieser Serie, geworden ist, nachdem Eipix übernommen hat. Auch aus den "Team" Angaben lässt sich nicht mehr ersehen, wer was ist oder ob noch irgendwer anders als Eipix und BigFishGames mitmischen. Grafisch also ist das Spiel gut, sieht man von den Wimmelbildszenen ab. Die Welt des Königreiches ist zwar detailliert, lässt aber die Affinitiät für lebendige Details vermissen. Es ist schön anzusehen, aber eher von einer kühlen, nicht mitreissenden Schönheit.

Das Markenzeichen der Dark-Parabel-Serie ist Einzelteilsuche. So ist das auch hier, allerdings braucht es in vielen Szenen dafür Adleraugen, Einzelteile sind oft kaum erkennbar. Das gilt auch für Inventarobjekte; aber hier könnte man noch sagen, dass dies gewollt sein könne; da wir uns ja in einer Märchenwelt befinden. Fährt man mit der Maus über einen Gegenstand im Inventar, wird kurz die Bezeichnung angezeigt. Insofern wird dieses visuelle Manko ausgeglichen. Für die Eipix-Note gibt es die Einzelteil-Suche dann auch nicht nur in großen Szenen, sondern auch einige Male in kleinen Nahansichten.

Anfänglich gibt es sehr wenig Wimmelbilder, zum Ende hin werden es aber mehr. Auch die Puzzle erscheinen eher wenig; wobei das auch eher gefühlsmäßig auf Grund der doch langen Spielzeit ist. Von den 17 Puzzlen wird eines viermal gespielt; die Meisten sind sehr, sehr einfach, andere dagegen zeigen durchaus einen angenehmen Kniffelfaktor.

Zum Teil gibt es grafische Nachlässigkeit (z.B. eine Falle ist noch sichtbar, obwohl entschärft; ein Schrank ist noch zu, obwohl er geöffnet wird und ähnliches). Das Inventar ist zeitweise sehr voll, es gibt Gegenstände, die man durch das halbe Spiel mitschleppt; natürlich nicht, um sie mehrmals zu gebrauchen, sondern weil sie erst später eingesetzt werden. Und ja, die Spielzeit der insgesamt 8 Kapitel ist gut - doch sie ist auch dem Langstreckenlauf geschuldet, den man das ein oder andere Mal hinlegt. Denn obwohl das Inventar voll ist, gibt es sehr häufig A-B-A-B-C-B-C-B Momente, die immer nur eine Aktion zulassen. Oft hat es den Eindruck, dass es einfach nicht viel zu tun gibt und man deshalb einfach nur hin- und her geschickt wird.

Die Sammleredition lädt dazu ein, Symbole und Parabeln zu suchen, das Bonuskapitel ist ein Märchen, das im Thema Schwan bleibt, mehr oder weniger an den gleichen Orten spielt, aber an sich alleinstehend ist. Nach Abschluss können alle Wimmelbilder und Puzzle gespielt werden, die Parabeln und Sammelobjekte stehen zur Ansicht zur Verfügunge, es gibt Bilder, Musik, Videos und das Souvenirzimmer, das es erlaubt, überall noch einen Gegenstand zu suchen.

Die Geschichte kommt mit verschiedensten Wendungen einher und ist beiweitem nicht so schlecht erzählt, wie das bei Eipix sonst der Fall ist. Vielleicht ist hier tatsächlich noch BlueTea Games am Zug. Verschiedene Märchenfiguren kommen vor, ohne dass dabei ein direkter Bezug zum Märchen entsteht. Dies vermittelt den Eindruck, dass die Charaktere vieler Märchen nach Abschluss ihres eigenen Abenteuers inzwischen alle in einer neuen Welt leben und dort mehr oder weniger ihre Fähigkeiten einbringen. Doch das reicht nicht, um die deutlichen Schwächen im spielerischen Spannungsbogen auszugleichen.

Dark Parables: Die Schwanenprinzessin und der Lebensbaum ist erstaunlich lang und hat deutliche Schwächen, weil die Lust am Spiel auf die Länge hin nicht aufrecht erhalten werden kann. Zu lustlos, zu gleichgültig ist der Teil des Spieles, der genau diese Spannung ergibt, der Abenteuerteil. Positiv ist aber anzumerken, dass es wenig bis keine Unsinnigkeiten gibt. Die Puzzles, die mit mehr als drei Klicks einhergehen, gleichen das ein wenig aus; ebenso tun das die Wimmelbilder, sieht man mal davon ab, dass einiges nur so schlecht erkennbar ist.

Die Sammleredition ist nicht zu empfehlen, die Normalversion aber bietet aber gute Unterhaltung, wenn auch keine Spannung, kein Mitnehmen, kein Eintauchen in das Gesamtpaket. Es ist ein Eipix-Spiel. Wer den Entwickler grundsätzlich mag, wird sich auch hier zu Begeisterungsstürmen hinreissen lassen. Man muss dem Team aber zugestehen, dass es versucht hat, den wesentlichen Charakter der Serie beizubehalten. Das gelingt nicht sehr gut, aber wir haben es in vorherigen Teilen schon schlechter gesehen.