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Dark Parables: Die kleine Meerjungfrau und der violette Gezeitensammler


tassen tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: BlueTea Games/Eipix

Download (Normal): Bigfish Games.de
Download (Sammler): Bigfish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 25.11.2014
Deutsch (Normal): 06.02.2015

Alles hat ein Ende nur diese Reihe scheinbar nicht
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Fischer werden an der Küste Griechenlands Zeugen, wie ein purpurner Strom Richtung Ufer fließt. Dieser Strom tötet alles, was sich ihm in den Weg stellt und hat sogar das kleine Dörfchen geflutet. Vor vielen Jahrhunderten wurden die Einwohner schon einmal Beobachter dieses Phänomens, aber es war bei weitem nicht so gewaltig.  Irgendwas Böses brodelt unter dem Meer. Dazu kommt, dass in letzter Zeit verstärkt Meerjungfrauen gesichtet wurden. Könnte dies alles mit dem einst versunkenen Königreich Prasino zusammenhängen, um das sich so viele Legenden ranken? Unsere Aufgabe ist es, den Ursprung allen übels zu finden und das Ganze zu beenden.

Insgesamt können wir aus vier Schwierigkeitsstufen wählen, wobei eine davon veränderbare Parameter besitzt und individuelle Einstellungen zulässt. Außerdem erhalten wir noch eine Karte, über die wir uns fortbewegen können. Allerdings ist sie sehr zeigefreudig, bei Orten, die wir noch gar nicht erschlossen haben. Auch werden permanent die Aufgaben markiert, die wir nur teilweise lösen können und für deren Beendigung uns noch etliche Utensilien fehlen. Besser funktioniert der Tipp, aber es ist oft sehr mühselig, die vielen langen Wegstrecken nur durch ihn zu bewerkstelligen.

Der Spielablauf ist durchwegs gleich. Wir öffnen irgendetwas, finden ein Symbol, gelangen durch Einsetzen dessen in den nächsten Raum, öffnen wieder etwas, setzen es erneut ein und so weiter und so fort. Nicht selten verlieren wir den überblick, denn unser Inventar ist meist brechend voll und mit nicht auf den ersten Blick erkennbaren Objekten zugemüllt. Vieles schleppen wir lange Zeit mit uns herum, anderes dagegen wird sofort wieder verwendet. Gegenstände, die in der Inventarleiste mit roten Schnörkeln gekennzeichnet sind, müssen meistens noch vervollständigt werden.

Als Wimmelbilder gibt es einzig und allein die Fragmentsuche. Drei kleine Fenster mit Abbildungen sind am unteren Bildrand zu sehen. Wir suchen diese in absolut überfüllten, brechend vollen und restlos überdekorierten Schauplätzen. Haben wir alle Einzelteile entdeckt, setzten sich die Ergebnisse der drei Fenster zu einem Ding zusammen, das in unserem Inventar abgelegt wird. Dieses Werk müssen wir 14 Mal vollbringen, ohne eine Alternative angeboten zu bekommen.

Genauso unspektakulär und eintönig sind die Rätsel. Ausnahmslos alle sind auf der untersten Schwierigkeitsstufe angesiedelt. Dazu kommt, dass es unzählige Wiederholungen gibt und wir viele Puzzles in mehreren Runden absolvieren müssen. Trotzdem bewegen sie sich immer auf dem gleichen Niveau und variieren auch nicht im fortschreitenden Spielverlauf. Wir drehen Ringe, bis ein Bild entsteht, durchlaufen mit einer bestimmten Anzahl an Zügen ein Feld, setzen Schnipsel zusammen, drehen Symbole an den richtigen Platz und tauschen Fische gegen Krabben. Es kann auch vorkommen, dass sich Objekte in den Rätseln befinden, die wir vorab aufnehmen müssen, ohne das Minispiel schon lösen zu können. Ein Blick dorthin lohnt sich also immer.

Trotzdem Eipix hier nun als Entwickler munter mitmischt, hat sich grafisch nichts verändert. Alles ist kunterbunt, überladen und bis zur Unkenntlichkeit durch Verschnörkelungen und Dekorierungen verstümmelt. Bei höher auflösenden Einstellungen des Bildschirms kommt noch hinzu, dass vieles eher unscharf wirkt. Das spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle, da wir massenhaft Gegenstände sowieso nicht als das erkennen können, was sie letztendlich darstellen sollen, da auch diese dem Ausschmückungswahn zum Opfer fielen. Die Handlung ist gähnend langweilig und meilenweit vom Original von Hans Christian Andersen entfernt. Wen wundert es da noch, dass beispielsweise auch Pinoccio und das Rotkäppchen ihren Platz in diesem Märchen erhalten haben. Selbst Felix, das Maskottchen von BigFish Games wurde fleißig integriert, ihm sogar eine Auszeichnung gewidmet.

Vielspieler überschreiten mit Sicherheit nicht einmal die Drei-Stunden-Grenze, wenn sie in den Genuss des Abspanns kommen und aufgrund der chaotischen und willkürlichen Streckenführung fleißig die Karte genutzt haben. Das Ende ist übrigens genauso wenig aufregend wie der Rest. Eine Dreiviertelstunde dauert dann noch das Bonuskapitel mit dem Titel „Der treue Johannes und König Blaubart“. Es steht im Zusammenhang mit dem Hauptteil, ist aber noch um weiten schwächer als dieser. Wer den Fehler macht und sich die Sammleredition zulegt, kann die Rätsel und Wimmelbilder noch einmal spielen. Zusätzlich sind 40 Halbmonde einzusammeln, die am Ende keinerlei Bedeutung besitzen. Auch die Parabeln, die die Geschichte erzählen sind nach wie vor vorhanden. Ein Souvenirraum, bei dem wir alle Szenen erneut durchlaufen, um überall einen vorgegebenen Gegenstand einzusammeln, fehlt ebenfalls nicht. Lachhaft sind zudem die Aufgaben, die wir zu erfüllen haben, um eine Auszeichnung zu erlangen. „Verbummle fünf Minuten in einem Wimmelbild“, „Habe 12 Objekte auf einmal im Inventar“ oder „Löse ein Puzzle in unter 20 Sekunden“  sind nur einige Beispiele. Wer gar nicht genug bekommt, kann sich auch die Filmchen nochmal ansehen oder der Musik lauschen.

„Dark Parables: Die kleine Meerjungfrau und der violette Gezeitensammler“ ist ein Spiel, bei dem es sich lohnt, die längst weggeräumte Sonnenbrille noch einmal hervorzukramen. Denn diese überladenen Bilder und mehr als bunten Farben schmerzen irgendwann in den Augen. Dazu kommen schlecht animierte Charaktere, einfallslose Wimmelbilder, noch einfallslosere Rätsel und eine Geschichte, die ohne Sinn und Verstand daher kommt und bei der alles verwurstet wurde, was noch so auf Lager war. Eine Auszeichnung könnte es allerdings noch erhalten und zwar „schlechtestes Spiel“ des Jahres, zumindest ist es ein ganz heißer Anwärter darauf.


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