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Dark Heritage: Wächter der Hoffnung


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: World Loom

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: JL
Datum: 13.07.2012
Deutsch (Normal): 21.09.2012

Schulnoten - Spielidee: 1, Spielaufbau: 3, Steuerung: 3, Grafik: 2, Musik: 2, Wiederspielbarkeit: 4, Suchtfaktor: 3
Spielprinzip: Wimmelabenteuer
Rahmenhandlung: Der Stein der Weisen und eine Insel müssen gerettet werden.
Schwierigkeit: wählbar (normal, schwierig), Modus während des Spiels wechselbar
Optionen: Musik, Sound und Voice-over/ Vollbild oder Fenster/Cursor

Der Stein der Weisen war einst von seinem Schöpfer durch Rätsel und Banne geschützt worden, um der Gefahr vorzubeugen, dass er in die falschen Hände fällt. Genau das steht nun bevor. Du erhältst einen Hilferuf Deines ehemaligen Universitätsprofessors, der Dich auf die Insel Cannon Rock und damit ins Abenteuer katapultiert. Gleich zu Beginn erfährst Du, dass es einen Bösen gibt, der die Insel verwüstet und dabei ihre Bewohner umbringt. Außerdem, so heißt es, gäbe es einen Auserwählten, der den Bösen besiegen und das „Licht auf die Insel zurückbringen“ soll.

Damit wäre die Geschichte schon beinahe erzählt, denn es wird Dich nicht überraschen, dass selbstverständlich Du ausersehen bist, das hehre Werk zu vollbringen, wenngleich Dein Pendant im Spiel das erst ungefähr nach der Hälfte der Spielzeit begreift. Die ganze Sache erinnert an die Romane von Dan Brown, der gerne Mythen aufgreift und persönliche Geschichten drumherum spinnt. Tatsächlich ist der Anfang atmosphärisch dicht und spielerisch spannend, „Dark Heritage: Guardians of Hope“ macht einen tollen ersten Eindruck, der durch angenehme Musik und hübsche Grafik bestätigt wird.

Das gute Anfangsgefühl gibt sich mit der Zeit, denn die Videosequenzen lassen im Spielverlauf nach – oder genauer: Sie wechseln den Stil, was einigermaßen befremdlich wirkt. Die Geschichte erzählt sich durch neun Prophezeiungen weiter, die Du im Spielverlauf als Schriftrollen findest. Aber sie werden zur Nebensache, sie ziehen Dich nicht – wie es ihre Aufgabe wäre – tiefer ins Geschehen hinein, sondern teilen Dir lediglich etwas mit, woraus Du im Tagebuch Deine Schlüsse ziehst.

Dennoch wirken Geschichte und spielerisches Vorgehen seltsam gespalten, was vielleicht daran liegt, dass „Dark Heritage: Wächter der Hoffnung“ eigentlich kein gutes Spiel ist. Es scheint, als hätte World-Loom mehr gewollt, ohne es aber zu können. Im Einzelnen: Die Wimmelbilder sind zahlreich und recht unterschiedlich – mal findest Du fast alles sofort, mal suchst Du ewig. Die Größenverhältnisse stimmen nicht immer, gelegentlich sind Dinge gar nicht oder nur in kleinen Ausschnitten zu sehen. Das kommt nicht so oft vor, dass es frustrierend wäre, aber drei oder mehr Wimmelbilder hintereinander zu spielen, kennzeichnet eben keinen durchdachten Spielaufbau.

ähnlich ist es um den Abenteueranteil bestellt, der anfangs noch etliche Handlungen erfordert, sich später aber fast ausnahmslos in Rennerei erschöpft – in einigen späten Szenen brauchst Du acht Klicks, um zum Ziel zu kommen und acht Klicks für den Rückweg. Karte? Schön wärs! Beide Extreme sind unangenehm, wenn Du etwa einen Code längst besitzt, bei Gelegenheit zwei Einzelteile findest, die zu dem entsprechenden Objekt gehören und dennoch nicht weiterkommst, weil das letzte Teil noch immer fehlt. Das wird Dir übrigens erst dann verraten, wenn Du versuchst, das Rätsel zu lösen. Es wäre hilfreicher, sofort zu erfahren, dass dort drei Dinge benötigt werden, statt erst nach jedem erneuten Versuch zu erfahren, dass noch immer ein Teil fehlt. Wäre die Suche schlüssiger in den Spielablauf eingegliedert, müsstest Du nicht vergeblich hin- und herlaufen.

Das ist eines von zwei großen Mankos in „Dark Heritage: Wächter der Hoffnung“ – der Spielverlauf ist in sich nicht nachvollziehbar: Du bekommst Inventarobjekte, mit denen Du nichts anzufangen weißt, andere wirken, als könnten sie an einer Stelle passen, an der sie letztlich nichts zu suchen haben, wie Du bemerkst, wenn Du den Weg dorthin auf Dich genommen hast. Wenn Du einigermaßen verzweifelt danach suchst, wo Du mit Deinem Inventar denn nun endlich etwas anfangen kannst, stolperst Du zufällig über unerwartete Wimmelbilder. Kaum etwas ergibt sich logisch aus vorhergehenden Schritten, fast alles wirkt willkürlich.

Weniger regellos gestalten sich die Minispiele, wenn Du denn endlich alle benötigten Objekte gefunden hast, um sie spielen zu können. Allerdings sind sie schlecht erklärt und teilweise in sich fehlerhaft, wenn Du beispielsweise bei einem Worträtsel eigentlich „Elementa“ aufdecken sollst, jedoch „Elemntae“ aufdecken musst, um das Rätsel zu lösen. Der später (!) im Tagebuch zu findende Bezug auf das Rätsel schreibt aber richtig „Elementa“. Vorher bekommst Du übrigens keinerlei Hinweise auf dieses Wort, wenn wir mal von der Geschichte an sich absehen, in der die vier Elemente eine entscheidende Rolle spielen. Das vorhergehende gleichartige Minispiel fragt vorsichtshalber nach einem nicht existenten Wort, das aber vielleicht nur fehlerhaftes Latein ist – einen Hinweis bekommst Du darauf übrigens nirgends, das ist pures Raten. Bei einem anderen Minispiel wird Dir zwar das Grundprinzip erklärt, das nützt Dir bloß in diesem Fall wenig, weil Du nicht weißt, dass es sich um ein Spiel handelt, das drei Levels besitzt, weshalb nicht die gesamte Fläche aktiv ist. Dass etwa 80 Prozent der Minis aus der Kategorie „Geduld“ stammen, macht es nicht unterhaltsamer: öffne sieben Kästchen, senke fünf Hebel, bringe alle Ringe in übereinstimmung, wobei jedes angeklickte Teil mehrere andere beeinflusst. Diese Art des Minispiels wird in „Dark Heritage: Wächter der Hoffnung“ bis zum Gehtnichtmehr ausgereizt. Zurücksetzen lässt sich übrigens keines davon, nur das einzige vorhandene Logikrätsel, worauf Du vorher sogar einen Hinweis im Tagebuch hast, lässt sich neu starten.

Insofern sind der Tipp und in den Minispielen die überspring-Funktion Grund zur Dankbarkeit. Beide laden im normalen Modus schnell auf, im Expertenmodus brauchen sie länger. Optische Hinweise, die im einfacheren Modus dezent auf interessante Stellen aufmerksam machen, entfallen im schwierigeren Modus. Diese optischen Hilfen sind allerdings inkonsequent – manchmal sind sie vorhanden, manchmal nicht, gelegentlich sind sie kaum zu sehen, bei anderen Gelegenheiten sehen sie sinnlosen Animationen zum Verwechseln ähnlich. Davon besitzt „Dark Heritage: Guardians of Hope“ übrigens viele – und sie bringen Leben ins Spiel. Beispielsweise kannst Du an zwei Stellen Fische retten, die auf dem Trockenen liegen. Das bringt zwar keinen Spielfortschritt, ist aber schon deshalb stimmig, weil es zum Charakter der Protagonistin passt, hilflosen Kreaturen beizustehen. Apropos „hilflose Kreaturen“ – Du wirst Dir von Zeit zu Zeit ähnlich vorkommen, wenn Du zum xten Mal unfreiwillig eine Szene verlässt, weil Du einen Inventargegenstand verwenden wolltest oder Dir ein Objekt am Cursor klebt, weil Du die Szene wechseln wolltest. 

Nach etwa viereinhalb Stunden – abhängig davon, ob Du die Geduldsspiele durchleidest oder überspringst, kann es auch länger dauern – wirst Du den Stein der Weisen besitzen und die Insel vom Bösen befreien. Wer „Illuminati“ von Dan Brown kennt, weiß spätestens nach zwei Dritteln des Spiels um die Identität des Bösewichts. Das Ende ist eines; die Sammleredition enthält eine weitere, ungefähr 45 Minuten dauernde Rettungstat, die sowohl in Spielaufbau als auch Gestaltung gut zum vorherigen Geschehen passt. Solltest Du die beschriebene Art des Spiels mögen, lohnt sich die Sammleredition also, anderenfalls dürfte Dir bereits die Normalversion zu lange dauern.

„Dark Heritage: Wächter der Hoffnung“ ist ein insgesamt durchschnittliches, nicht ganz fehlerfreies Wimmelabenteuer, das vor allem Suchern, Geduldsspielern und Auszeichnungssammlern gefallen könnte, während Arachnophobikern, Abenteurern und Logikern abzuraten ist. Wimmelbilder, Geduldsspiele und Ehrungen für gutes Spiel gibt es reichlich, garniert mit einer runden Geschichte und netter künstlerischer Gestaltung. übrigens lohnt sich der Blick in die Credits – für mich waren sie das Beste an diesem Werk.


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