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Dark City: München


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: 4 Friends Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 23.04.2019


Einfaches Wimmelbild-Abenteuer maximal mittlerer Länge mit guten Wimmelbildern
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Wir befinden uns in München, vielleicht ein Jahrhundert in der Vergangenheit. Es ist Oktoberfest, und es herrscht helle Aufregung: Anscheinend treibt ein Werwolf sein Unwesen. Folglich sucht man unsere bewährte Hilfe, um den Dingen auf den Grund zu gehen.

Natürlich ist die Sache dann doch ein wenig anders, wie sich nach und nach heraus stellt. In der Tat ist die Grundidee der Geschichte höchst interessant, eine willkommene Abwechselung. Der kleine dramaturgische Dreh, alles mit einer Rückblende zu beginnen, ist ebenfalls erfreulich. Leider jedoch kann die Umsetzung in keiner Weise Schritt halten. Nicht nur haben wir fast ausschließlich sattsam bekannte langweilige Aufgaben zu lösen (Naht öffnen, Leiter reparieren, Auge einsetzen, Tiere bestechen, Embleme und dergleichen), wir werden auch an der ganz kurzen Leine geführt und mit keinerlei nennenswerten Schwierigkeiten konfrontiert. Da stets nur einige wenige Szenen zur Verfügung stehen, die sich sogar noch wiederholen (wir sehen nur rund 20 davon), sind auch diesbezüglich ziemlich alle möglichen Schwierigkeiten von vornherein heraus genommen. Es ist ferner dringend angeraten, den Sinn für Logik abzuschalten und nur bei einigen Minispielen zu reaktivieren. Und wenn die persönliche Bemerkung gestattet ist: Ich würde es begrüßen, wenigstens einmal nicht beim ersten Antreffen den später zu identifizierende Übertäter voraus sagen zu können.

Ein besonders ärgerliches Detail besteht darin, dass wir gleich zwei dieser Vorrichtungen recht häufig zu verwenden haben: Nämlich zum einen ein Journal, in dem Beweise sortiert werden müssen und ein Spezialwerkzeug, dass regelmäßig in ein extrem leichtes Suchbild mündet. Das Journal seinerseits lässt jegliche nennenswerten Anforderungen vermissen: Die besagten Beweise müssen wir nicht etwa nach logischen Gesichtspunkten einordnen, vielmehr wird uns jeweils der richtige Platz unübersehbar hervor gehoben. Da dies noch dazu quälend langsam vonstatten geht, kann nur von Zeitschinderei geredet werden.

Das Ende ist zufriedenstellend und abgeschlossen, kommt aber recht schnell.

Die Grafik ist recht gut gelungen, einschließlich der Animationen der Figuren. Die Stimmen sind passend, für mich allerdings war der lahme Erzähler ein Manko.

Die Wimmelbilder stellen wohl die größte Stärke des Spiels dar, wenn man von den lächerlichen Suchbildern zwischendurch einmal absieht. Sie sind abwechslungsreich, häufig mit Interaktionen versehen und zumindest in Teilen in dem Sinne fordernd, als nicht stets alles sofort sichtbar ist. Sie sind recht zahlreich und werden häufig ein zweites mal besucht.

Die Minispiele können großteils ebenfalls gefallen. Ihr Schwierigkeitsgrad liegt im leichten bis mittleren Bereich. Sie sind mehrheitlich gut umgesetzt, bieten allerdings nichts originelles. Fast alle lassen sich zurück setzen.

Die Sammlerausgabe ist rechts großzügig bestückt. In jeder Szene sind je mindestens ein Sammelobjekt und Chamäleonobjekt versteckt. Neben dem üblichen Material können Wimmelbilder und fast alle Minispiele nach gespielt werden.

Fazit:
Wir haben hier ein sehr leichtes Spiel mit interessanter Geschichte und guten Wimmelbildern. Originalität findet sich nur in diesen Wimmelbildern, alles übrige folgt ausgetretenen Pfaden. Empfehlenswert für Anfänger, kann es für anspruchsvolle Spieler eher weniger empfohlen werden. Die Wertung oben bezieht sich auf erfahrene Spieler. Anfänger bzw. solche, die ein kleines Spielchen für zwischendurch schätzen, können sich eine Tasse hinzu denken.