Danse Macabre: Auf dünnem Eis


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 07.07.2015
Deutsch (Normal): 22.09.2015

Kurzes Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer, das nur mit den Wimmelbild-Variationen punkten kann
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Ein verrückter Fan stalkt Ruth Fischer, die neue Eiskönigin einer Show. Der Direktor dieser Produktion bittet dich, sich dieser Sache anzunehmen. Als du an der Eisbahn ankommst, kann Donald Perry, der Stalker, dir gerade noch sagen, dass Ruth in Gefahr sei, dann stirbt er. Was wollte er Ruth sagen? Ist sie wirklich in Gefahr? Und dann entdeckst du eine weitere Leiche.

Die zu Beginn anstehende Moduswahl bietet drei vorgegebene Modi sowie einen mit individuellen Einstellungsmöglichkeiten. Neben dem Tipp gibt es noch die Karte, die alle notwendigen Informationen anbietet und den Tipp, der bei mehr als einem Klick Entfernung, ebenso eine Teleporter-Funktion hat, wie die Karte.

Bei den Wimmelbildern erwartet den Suchfreund eine großer Variantenreichtum. Bis zu drei Varianten kommen in einer Szene vor; das geht von der Puzzle-Suche (jedes gefundene Objekt muss benutzt werden) über ein Puzzle-Wimmelbilder bishin zu Umriss-Suchen, Bilderrätsel, Wortsuchlisten und mehr. Durchaus unterhaltsam, auch wenn es die immer gleichen Aktionen sind und die Szenen immer gleich chaotisch sind. Allerdings bieten sie kein wirkliches Suchvergnügen der kreativen oder gut gemachten Art. Fast alles ist sofort zu finden/zu erkennen. Ein Wimmelbild bietet dann einen Hauch mehr suchen, weil ein Gegenstand nur mit einem Eckchen zu sehen ist. Die Abwechslung ist unterhaltsam, nicht das Einzelstück.

Bei den Puzzles wurden, bis auf zwei Ausnahmen, nur bedacht, die nicht mehr wollen als 1-2 Klicklösungen oder etwas Geduld für einen Weg, den man auf den ersten Blick erkennt. Ein einfaches Memory kommt gleich 3x, ein Mahjong-Puzzle muss muss meines Erachtens übersprungen werden. Auch nach 7 Versuche lagen 2 Symbolsteine immer übereinander und hatten kein Zwillingspaar zum trennen.. geskippt werden. In den Extras allerdings liess sich dieses Puzzle im ersten Anlauf auflösen.

Geschichtlich ist Danse Macabre: Auf dünnem Eis so dünn wie das Eis, auf dem gespielt wird. Der Mörder ist für die meisten schnell erkannt, aber selbst wenn nicht - spannend wird das Ganze trotzdem zu keinem Zeitpunkt. Und selbstverständlich ist man mal wieder nicht in der Lage, einen Reißverschlußkopf mit den Fingern zu öffnen. Es steht zu vermuten, dass ich, gemeinsam mit vielen anderen Spielern, eines Tages einen Schreikrampf wegen dieses Unsinns erleide. Die Ermittler-Wand" hat keinen tieferen Sinn, sie dient nur als Aufbewahrung für Bilder der Akteure und Notizen. Grafisch ist Eipix unbestritten gut, sie schaffen klare, ausdekorierte, farbige Bilder, ohne kitschig oder überdetailliert zu werden.

Pro Szene gibt es in der Sammlerszene eine Schneekugel. Die muss nicht gesucht werden, man muss ihnen quasi ausweichen, will man sie nicht sofort im Auge haben. Selten habe ich ein Spiel erlebt, in dem ein Sammlerobjekt liebloser und auffälliger platziert wurde. Das Bonusspiel spielt einige Zeit nach den Hauptspiel-Ereignissen und ist ebenfalls sehr kurz. Es enthält nur noch Wortsuchlisten und du wirst diesmal ein sehr volles Inventar erleben. Aber es dauert ja nicht lange, einigermaßen erfahrene Spieler werden nach 20 - 30 Minuten das Ende sehen. In den Extras können die Wimmelbilder erneut gespielt werden. Das gibt dir auch die Möglichkeit, noch ein veränderliches Objekt zu finden, dass dir beim ersten Mal entgangen ist. Auch wer nicht alle Schneekugeln gefunden hat - in den Extras kann man noch einmal in die Szenen. "Hinter den Kulissen", das Wimmel-Alternativ-3-Gewinnt, Bilder, eine Souvenir-Suche (noch mal in jeden Raum und einen Gegenstand suchen), Filme, Musik und die Puzzles zum erneut spielen sind weitere Extras. Das ist eine Menge, zugegeben, da aber das eigentlich Bonusspiel, das, was den teureren Preis rechtfertigen soll, qualitativ noch schlechter als das Hauptspiel ist und dazu sehr kurz, sollte man dieser Sammleredition ebenfalls die kalte Schulter zeigen.

Zusammen mit großzügig angenommenen 30 Minuten Bonuszeit werden geübtere Spieler wohl kaum die 3 Stunden-Marke erreichen. Anfänger, für die dieses Spiel (und wohl die gesamte Serie) konzipiert wurde, werden sich fragen, ob alle Spiele dieser Art unter 4 Stunden liegen (vor allem da man ja doch viel Geld dafür bezahlt hat). Hier lohnt es sich definitiv auf eines der Angebote zu warten, bei denen man einem Entwickler fürs gelungene Spiel den vollen Preis zahlt, während man dann Danse Macabre: Auf dünnem Eis umsonst bekommt.