Cursed Cases: Mord im Maybard Anwesen


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Daily Magic Productions

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 27.09.2016


Als Gesamtpaket knapp Durchschnitt ohne wirklich positive Aspekte
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Du, als Detektiv mit übernatürlichen Fähigkeiten, wirst gerufen, um den Mord an Emmett Maybard aufzuklären. Kaum angekommen, stellst du fest, dass auch die Schwester Emmetts nur knapp einer Vergiftung entkommen ist und während der Testamentsvollstreckung kommt es zu einem weiteren Vorkommnis.

Zu Beginn gibt es 4 Modi, einer davon mit der Möglichkeit, persönliche Einstellungne zu wählen. Das hilft allerdings nicht gegen unerwünschte Hilfe gerade bei kleineren Puzzles und Rätseln. Die Karte mit Transportmöglichkeiten ist aufgeteilt in die 2 Etagen des Hauses, allerdings ohne Hinweis darauf, auf welcher Etage nun etwas zu tun ist. Ansonsten zeigt sie (je nach Moduswahl) zuverlässig an, wo man ist und wo man aktuell etwas erledigen kann. Der Tipp bietet ebenfalls eine Reisemöglichkeit, sofern der nächste Einsatzort weiter als einen Schritt entfernt ist. Als Helfer hast du eine Aura. Sie hilft dir "übernatürlich Dinge" bzw. Dinge besser zu verstehen. Mehr oder weniger. Wer allerdings die gefundenen Notizen liest, weiß genauso viel. Es ist halt nur ein Extra, weil dies bei Spielern so beliebt ist.

Bei den Wimmelbildern, die alle 2x gespielt werden, droht dir eine gewisse Gefahr. Viele der zu findenden Gegenstände springen dich förmlich an. Es gibt neben einfachsten Wortsuchlisten auch noch Umriss-Suchen als eigenständige Suchszenen und "suche x von y", die Regel aber ist das suchen von Umrissen zum Freischalten der Wortsuchliste. Als Alternative steht dem gelangweilten Spieler ein 3-Gewinnt-Spiel zur Verfügung. Und das ist mit das Beste am gesamten Spiel.

Bei den Puzzles dominieren verschiedenste Versionen von schieben und drehen, daneben gibt es einige alte Bekannte. Grundsätzlich sind die Puzzles im besten Falle langweilig und - wierig. In den meisten Fällen aber eben einfach nur öde.

Von Beginn an "brilliert" Cursed Cases: Mord im Maybard Anwesen bei der Ausdehnung von Grenzen, wie viel Unsinniges sich ein Spieler antut, bevor er angewidert das Spiel verlässt. So klicken wir einen Vollmond an, woraus die Protagonisten schließt, dass vor zwei Wochen Vollmond gewesen sei. Oder: es wird ein Doktor wird gerufen und dieser hat weder Riechsalz, noch Spiegel, noch Mundspatel mit, aber bereits eine Liste geschrieben, an der ein Teil klebt, dass du zur Öffnung eine Kiste im Anwesen selbst benötigst. Dass du die Mundspatel dann unter Rosenbüschen rauskramst, ist auch keine Überraschung mehr. Und selbstverständlich zünden wir auch einen Kerzenleuchter in einem hölzernen Regal an, ölen alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist, sind nicht in der Lage, die zarten Hände zu benutzen; wer es positiv sehen möchte: man muss zumindest keinen Reißverschluss öffnen.

Grafisch grundsätzlich nur Durchschnitt fehlt gibt es, neben einer teilweise falschen/schlechten Übersetzung, auch hier an echter Liebe zum Detail. Das fällt besonders dann auf, wenn Dinge noch da (geschlossen, unvollständig) sind, die du schon längst erledigt hast. Auch nimmst du mit Klick Dinge, die du nicht siehst oder benutzt Inventargegendstände, ohne zu sehen, was du tust. Die Geschichte ist zwar ab einem Punkt sehr durchsichtig, trotzdem gehört sie zu den wenigen guten Dingen in Cursed Cases: Mord im Maybard Anwesen. Es gibt immer mal wieder etwas neues zu erfahren und auch wenn man dann lange vor allen anderen den wahren Täter kennt; es werden doch genug Motive und Tatverdächtige angeboten, um einen Hauch von Spannung zu erhalten. Das Ende nach einer akzeptablen Spielzeit aber ist so unspektakulär und langweilig, dass das wenige an gutem Eindruck wieder zerstört wird.


Als Sammlerobjekte gibt es Bilder der Protagonisten, die aus- und einblenden, ansonsten beinhaltet der Bonusinhalt das Bonuskapitel (eigenständige Geschichte, qualitativ dem Hauptspiel ebenbürtig), Bilder des Teams, Konzeptgrafik, Hintergründe, Musik, Trophäen und ein 3-Gewinnt-Spiel, allerdings nicht das Alternativspiel für die Wimmelbilder. Das war es und von daher kann der Daumen in Bezug auf die Sammleredition gar nicht tief genug gesenkt werden.

Grafisch gerade mal Durchschnitt, Wimmelbilder langweilig, Puzzles ebenso, Rätsel und Abenteuerteil von Unsinn durchsetzt - DailyMagic Productions haben mit Cursed Cases: Mord im Maybard Anwesen weder ihre Möglichkeiten noch die des Spieles ausgeschöpft. Für Anfänger mag es gerade noch so geeigent sein, für den erfahrenen Spieler wird da der Toleranzbogen schon arg gespannt. Es gibt ein paar Tiefpunkte, aber keine Höhepunkte; von der Sammleredition kann nur abgeraten werden und die Normalversion kann man sich gönnen, wenn sonst nichts da ist, das zusagt.