Country Tales


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Herausgeber: Gamehouse
Entwickler: Cateia Games

Download: BigFish Games.com

Autor: Claudia K.
Datum: 30.09.2015


Unterhaltsames Aufbau-Zeitmanagement mit kleinen Minuspunkten
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Farmer Ted hat große Pläne, sein Leben auf einer Farm füllt ihn nicht aus. Und so geht er in die Stadt, beendet seine Schulausbildung und erhält kurz darauf einen Job in Sunset Hill. Der Bürgermeister dort hat große Pläne für die Stadt .... und seine entzückende Verlobte Catherine unterstützt ihn dabei. Also macht Ted sich an die Arbeit, baut Ortschaften wieder auf und unterstützt die Ureinwohner, die es in Sunset Hill nicht leicht haben. Dabei macht Ted eine Entdeckung, die vermuten lässt, dass die Pläne des Bürgermeisterst wohl nicht so sehr der Stadt, sondern vielmehr ihm selbst dienen sollen.

Der größte Unterschied zum klassischen Aufbaumanagement besteht in Country Tales vermutlich bei den Arbeitern. Du benötigst zum einen Bauarbeiter, zum anderen Mieteintreiber, außerdem Schamanen und Cowboys. Aber keine Panik, jede Berufsgruppe steht dir in einer unendlichen Anzahl zur Verfügung. Eine Aufwertung der Arbeiterunterkunft ist also zu keinem Zeitpunkt nötig. Dafür gewinnt jedes Gewerk mit der Zeit an Erfahrung und hier gibt es dann die Aufwertung: Arbeiter, Mieteintreiber und die anderen können aufgewertet werden und erledigen dann ihre Arbeit schneller (und laufen vor allem auch schneller). Ohne diese Aufwertungen ist es nicht möglich, Diamantzeiten zu erreichen.

Drei Modi gibt es bei Country Tales: Entspannt - also ohne Zeitlimit, Normal mit einem moderaten Zeitlimit und für die Beendigung des Ziels innerhalb der vorgebebenen Zeit gibt es einen Goldstern. Oder du spielst den Extrem-Modus - hier ist die vorgegebenen Zeit sehr knapp bemessen - als Belohnung winkt ein Diamant auf der Karte. Auf dieser Karte kannst du zu jedem Zeitpunkt entscheiden, welchen Modus du für das nächste Level nutzen möchtest, ein Profilwechsel ist dafür nicht notwendig, im Gegenteil. Bist du auf den Diamanten aus, gibt es keinen anderen Weg, als Level zu wiederholen. Du erhöhst damit die Erfahrungswerte für die eingesetzten Arbeiter und nur so bist du in der Lage, im Extrem-Modus das Zeitziel einzuhalten. Wer ein Zeitziel nicht erreicht kann trotzdem weiter spielen, solange das Level beendet wird und jedes Level jederzeit mit dem gewünschten Modus über die Karte erneut spielen.

Ein weiterer Unterschied: Während es sonst die Arbeiter sind, die Nahrung benötigen, sind es hier die Bewohner, die ohne Versorgung einfach keine Miete zahlen. Und so wird neben der Sägemühle für das Material die Farm zum wichtigsten Gebäude. Und auch der Arzt darf nicht all zu lange auf sich warten lassen - kranke Bewohner essen nämlich, zahlen aber tun sie nicht.

Jedes Level hat 2-5 Ziele, die du erfüllen musst. Bestimmte Bauten müssen errichtet werden, Aufwertungen erledigt, Werkzeuge, Gold, Geld oder Nahrung in bestimmter Menge müssen am Ende zur Verfügung stehen, Tiere oder Banditen verjagt werden oder den Ureinwohnern muss geholfen werden. Neben den sich im Verlauf in der Größe steigendernden Wohngebäuden, der Sägemühle, dem Arzt und der Farm gibt es noch die Schmiede, den Markt, den Wasserturm, eine Kapell und ein Schamanenzelt. Letztere Gebäude müssen nur gebaut werden, wenn die Anforderungen dies vorsehen, die anderen benötigst du in jedem Level. Der Bauplatz ist begrenzt und so sind Strategie und Vorausdenken nötig - kann ein Gebäude weg, baue ich Spezielgebäude besser früher oder später sollte in so manchem Level die Überlegung sein.

Plus- und gleichzeitig Minuspunkt ist die Schatztruhe. In jedem Level ist eine dieser Truhen versteckt, gefunden werden kann sie, wenn man nach Glitzern Ausschau hält. Sie enthält meistens Geld, manchmal aber auch Goldnuggets oder Holz - alles natürlich ein willkommenes Zubrot. Doch nicht nur ist das Versteck der Kiste willkürlich, wird also im Wiederholungsfall wo anders liegen, es ist auch willkürlich wie viel drin ist und wann das Glitzern auftaucht. Und so kann ein Level schon fast einfach sein, weil du zu Beginn 500 Dollar mehr in der Geldbörse hast oder ziemlich holprig, weil er nur 200 Dollar sind, die man erst nach zwei Minuten findet. Und egal wie oft man wiederholt, es ist nicht gesagt, dass die 500 Dollar je auftauchen. Manchmal aber kommen sie jedes Mal.

Die Grafiken sind sehr einfach gehalten, aber nicht unattraktiv. Es gibt Bewegung und man sieht die Mannschaft nicht nur laufen (einschließlich der Bewohner, wenn sie Nahrung holen), sondern auch arbeiten. Da Zeitmanagement-Spieler im Gegensatz zu den Wimmelbildspielern, in der Regel mehr Wert auf das Spiel, denn auf die Grafiken legen, sind die Bilder in Country Tales absolut ausreichend. Nicht hervorragend, doch sie unterstützen das Spiel und lassen nichts vermissen. Dass es nur 40 Level sind, die es zu bewältigen gibt, wird zwar einerseits durch die erzwungene Wiederholung von Leveln für das Diamantziel erreicht. Doch nicht jeder ist Diamantspieler und so sind 40 Level nur dann akzeptabel, wenn sie sehr lang sind, aber die Level von Country Tales sind durchschnittlich.

Wer Auszeichnungen mag, kann über das Hauptmenü das Büro anschauen. Dies wird durch erreichte Leistungen eingerichtet. Allerdings können nur mit einem Diamantspiel alle 9 Belohnungen erreicht werden.

Country Tales ist unterhaltsam und bietet eine andere Art von Schwierigkeitsgrad als die ähnliche Aufbaumanagementspiele. Es ist, durch den Entspannt-Modus und der Tatsache, dass man in jedem Modus das Level "nur" beenden muss, um weiter zu kommen, für alle Spielertypen geeignet und bietet auch abseits vom "erzwungenen" Wiederholen der Level für den Diamanten, angenehme, aber nicht frustrierende Herausforderungen. Wer Aufbaumanagement mag, der ist mit Country Tales auf jeden Fall hervorragend beraten.