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Cooking Academy 2
Nachlese
Herausgeber:Fugazo
Entwickler:Fugazo
Wenn Du Cooking Academy auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang
Autor:Claudia K.

Willkommen im wahrscheinlich leckersten Workshop der Welt! Schlemme dich quer durch Restaurants aus allen Ecken der Erde und lerne nebenbei noch viele interessante Dinge übers Kochen. Von chinesischen Feinschmeckereien über italienische Pizza- und Pasta-Spezialitäten bis hin zu japanischem Sushi ist alles dabei auf deiner kulinarischen Weltreise!

Entwickler setzen oft sehr viel Mühe in Tutorials, um einem Spieler den Einstieg und das Verstehen der Spielmechanik so einfach wie möglich zu machen. Support-Teams müssen dann feststellen, dass viele Spieler das Tutorial einfach wegklicken, um dann im Verlauf des Spieles Probleme zu bekommen. Fugazo, die Macher von Cooking Academy und dem hier vorliegenden Nachfolger haben den Spielern ein Schnippchen geschlagen: Sie geben dem Spieler ein endloses Tutorial, ganz selten unterbrochen von einem wirklichen Spiele-Level.

Das Spiel beginnt, wo der Vorgänger aufhörte: Als frischgebackener Küchenchef darfst du an einem exklusiven Kochlehrgang teilnehmen. Chefkochs aus der ganzen Welt zeigen dir, wie man typisch traditionelle oder erfolgreiche Gerichte des gesamten Landes zubereitet. Deine Aufgabe besteht darin, diese Gerichte laut Anweisung nach zu kochen.

Was du tatsächlich tust, ist lernen, wie du mit einer Maus umgehst. Sollst du zum Beispiel einen Teig kneten, so wirst du Deine Maus an einer Linie entlang erst nach rechts (keine Angst, du musst die Richtung nicht selber herausfinden, ein Pfeil gibt sie an) ziehen, dann nach oben. Dann beschreibst du einen Kreis mit der Maus, ziehst sie nach rechts. Dann nach links. Immer angewiesen durch die Pfeile, die dir die Richtung und die Bewegung angeben. Ist der Teig fertig geknetet, folgt ein zweiter. Und wer glaubt, er müsse nun die Bewegungen selbstständig nachholen, der hat nicht mit den Tutorialmachern schlechthin gerechnet. Die Linien und Kurven werden dir wieder vorgegeben.
Es gibt durchaus unterschiedliche Dinge zu tun. Beim frittieren oder grillen ziehst du das Produkt in die Friteuse oder auf den Grill, drehst es, sobald der Pfeil das anzeigt, marinierst eventuell mit Pinsel (und entlang der vorgegebenen Linie) und nimmst es raus, sobald der Grill es anzeigt.
Du machst gefüllte Teigtaschen in dem du die Füllung auf den Teig gibst und dann entsprechend der Linien die Teigtaschen faltest. Du schneidest Zwiebeln, Knoblauch, Gemüse. Du lernst, wie du einen Wasserhahn bedienst, um Reis zu waschen und wie man ein Ei aufschlägt. Du bedienst die Küchenmaschine, in dem du zum angegebenen Zeitpunkt eine Zutat hinzugibst, Deckel auflegst oder die Geschwindigkeit regulierst. Und derer Sachen gibt es viele. Immer begleitet von den Linien und Pfeilen, die dir genau zeigen, was du wie zu tun hast.

Alle Tätigkeiten machst du meist zwei oder drei mal, bis eine Leiste am unteren Teil des Bildschirmes gefüllt ist oder bis das Gericht fertig gekocht/gegrillt/gebacken ist. Auch ein Zeitlimit ist einzuhalten. Der Chefkoch bewertet deine Leistungen, ausgehend davon ob die Aufgabe komplett erledigt ist und in welcher Zeit du fertig warst. Du erhältst Punkte und Sterne. Bist du im Zeitlimit geblieben und alles richtig gemacht, wirst du immer fünf Sterne erhalten. Gab es weniger kannst du das Level so oft wiederholen, bis es denn dann geklappt hat.
Nach 6 - 8 unterschiedlichen Gerichten, kommt es dann zur Prüfung. Voraussetzung: Du musst jedes Gericht mit 2 von 5 möglichen Sternen abgeschlossen haben. Die Prüfung enthält 3 Arbeitsschritte von drei verschiedenen Gerichten, die du in einer vorgegebenen Zeit so oft wie möglich wiederholen musst. Die Anzahl der gemachten Arbeitsschritte entscheidet dann über dein Prüfungsergebnis. Anschliessend geht es weiter zum nächsten Restaurant. Oh, erwähnte ich, dass die Linien, Pfeile, Anweisungen bei den Prüfungen selbstverständlich auch dabei sind? Ich wünschte, ich hätte meine Examen auch mit Lösungsbüchern machen können. Hätte mir im Vorfeld extrem viel Lernerei erspart.

Ein wirkliches Spiel bei dem DU als Spieler etwas tun musst, gibt es sehr selten. Aber in fast jedem Restaurant gibt es ein Level, wo keine Pfeile dir zeigen, was du wie zu erledigen hast. In der Regel geht es dann um das frittieren. Wenn du also im Wok oder der Fritteusekeine vier Pfeile hast, die dir zeigen wo das Frittiergut hin muss, dann musst du selber darauf kommen, dass du alles reinlegen und dann der Reihe nach herausholen musst. Das ist das Spiel. Der Rest ist Tutorial. Anweisung. Das Zeigen, wie es geht. Dabei wird dann auch eher Wert auf das, meist grosszügig bemessene, Zeitlimit gelegt, als darauf, dass du die Mausbewegungen akkurat nachvollziehst. So lange du in etwa in oder neben der Linie bleibst, ist alle ok.

Es gibt keine detaillierten Rezepte, wenn du irgendein Restaurant mit 5 Sternen abgeschlossen hast. Es mag sein, dass man sich kulinarische Anregungen holen kann, aber nachkochen, wie wir das bei anderen Spielen gesehen haben, kannst du keines dieser Gerichte. Zu jedem Gericht bekommst du ein paar wenig aufschlussreiche Infos, über die Herkunft. Meist eben, dass es sich um ein traditionelles Gericht handelt. Die Grafiken sind einfach gehalten, sind aber deutlich und meist kann man sehr gut erkennen, mit was man gerade "arbeitet". Die "Musik", pro Restaurant eine kurze Sequenz, die sich permanent wiederholt, wirkt mehr oder weniger angepasst an die jeweilige Nationalität, ist es aber nicht wirklich, was man daran merkt, dass sich nach dem vierten Restaurant die Melodien wiederholen. Aber die meisten werden es eh schnell abstellen, weil es nervt.

Cooking Academy 2 unterscheidet sich nicht wesentlich von seinem Vorgänger. Ein paar neue Rezepte, einige Mechanismen sind weiterentwickelt worden. Wer bereits Cooking Academy gespielt hat, wird keine weiteren Herausforderungen finden. Es gibt sicherlich ein paar Vorgänge, die man wiederholen muss, wenn man überall fünf Sterne erreichen möchte, aber wie das so ist, bei einem Tutorial, der Anspruch ist gleich Null. Wenn man ein Erwachsener ist, der den Umgang mit der Maus gewohnt ist. Für Neueinsteiger oder auch für Kinder, die spielerisch lernen sollen, wie man eine Maus bewegt und "beherrscht" mag es noch ok sein. Mein fünfjähriger Neffe war allerdings ratzfatz gelangweilt und wollte wissen, wann es denn nun endlich losginge mit dem Spiel.

Ich habe überlegt Tips für dieses Spiel zu schreiben, fand aber nichts. Was soll ich denn schreiben? Ziehe die Linie nach? Mache genau das, was dir vorgezeichnet wird? Der beste Tipp ist noch: Spiele nicht, wenn du sowieso schon müde bist. Die Gefahr, beim spielen einzuschlafen ist sehr gross.

Mag sein, dass ich einfach zu dumm bin, den Sinn hinter diesem Unsinn zu erkennen. Mag sein, dass ich einfach die Grossartigkeit dieser Idee, die nicht mal original ist, sondern von Spielen wie "Cooking Mama" und "Hot Dish" übernommen wurde, nicht erkenne. Aber nachdem ich mich durch fünf Restaurants gelangweilt habe, habe ich aufgehört. Ich beachte Tutorials, weil das mein Job ist. Weil ich für Spiele Lösungshilfen und Tips schreibe und dafür auch die Tutorials benutze. Danke Fugazo, aber ein Dauertutorial, das wie eine Schlaftablette wirkt, brauche ich einfach nicht.

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