Christmas Stories: Das Geschenk der Weisen


tassen tassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Sammler): Bigfish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 13.12.2017


Viel zu kurz, fürchterliche Geschichte... Fazit: Scheußlich
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Es sei allen Eltern gesagt: Lasst eure Kinder unbedingt dieses Spiel spielen. Zumindest dann, wenn sie aus der Geschichte lernen sollen: Es ist ok zu stehlen und dafür auch keinerlei Reue zu empfinden. Denn falls sie erwischt werden, gibt es noch eine Belohnung dafür. So jedenfalls erklärt es die Geschichte von Christamas Stories: Das Geschenk der Weisen. Denn als Wendy und Oliver, zwei Waisen, in ein Haus einbrechen, um dort Wertvolles zu stehlen, erscheint zwar eine verdrießliche Geistdame namens Berta, aber sie erwischt nur Wendy, während Bruder Oliver von Jack Frost gerettet wird.

Und der muss nun drei gute Taten erledigen, damit Jack Frost ihm hilft, Schwester Wendy zu befreien. Unterstützt wird er dabei von einem Elf, der ursprünglich Berta gedient hat, sich es aber anders überlegt, als ein anderer Kompagnon von Berta ihn zurücklässt. So ganz freiwillig wird er dann auch nicht zum guten Elf, sondern bedroht Oliver zunächst, wird dafür mit Süßigkeiten belohnt (auch eine tolle Lernerfahrung für Kinder) und erklärt erst dann seinen unerwarteten Wechsel zur guten Seite. Er wird für dich dahin krabbeln, wo du selbst nicht hinkommst.

Vier Modi stehen zur Auswahl und können jederzeit während des Spiel geändert werden. Die Karte zeigt in der Sammleredition neben den allgemein üblichen Dingen (Aktion und Standort) auch an, ob noch ein Sammelobjekt zu finden ist.

Eine magische Box begleitet dich ebenfalls für eine Weile und gibt dir, fügst du eine (für ihre weihnachtliche Symbolik sehr bekannte *Ironie aus*) Muschel ein und löst ein läppisches Puzzle, irgendetwas, was du benötigst. Selbstverständlich schmeisst du möglichst alles nach maximal zwei Benutzungsvorgängen weg. Und zwar immer dann, wenn du es zwei Minuten später wieder gebrauchen kannst. Was aber Elephant Games nicht davon abgehalten hat, die üblichen dumm-sinnlosen Aktionen einzubauen, sei es nun das eigentlich nicht helfende Öl, den kaputten Reissverschluss, den Briefkasten, in den ein Briefträger keine Post einwerfen könnte und x andere Dümmlichkeiten.

Wimmelbilder und Puzzle benötigen keine weitere Erläuterungen. Sie sind exakt das, was Elephant immer bietet - wenig Abwechslung, nichts Neues, das Altbekannte eher uninspiriert, die Wimmelbilder mit sehr auffälligen Suchobjekten und die Puzzles auf niedrigstem Schwierigkeitsniveau.

Grafisch ist das Spiel nicht allzu schlecht und lässt doch Tiefe vermissen. Viele der Szenen wirken trotz weihnachtlicher Dekoration seelenlos. Und das liegt eben nicht nur daran, dass Oliver sich innerhalb einer Zeitblase befindet, die Zeit also angehalten wird. Aber es ist auch absolut unlogisch, warum für die Hilfesuchenden die Zeit still steht, während andere Protagonisten fröhlich agieren.

Gemeinsam mit dem Bonusspiel (eine für sich stehende Maus-Geschichte) kommt Christmas Stories: Das Geschenk der Weisen knapp, ganz, ganz knapp, an eine Spielzeit auf dem letzten Platz des gerade noch Akzeptabelen. Gesammelt werden Puzzleteile um Legepuzzles zu machen, außerdem veränderliche Objekte. Musik, Grafiken, Hintergrundbilder, Sammelobjekte, Wimmelbilder und Puzzle zum erneut spielen und den obligatorischen Geheimraum; dort suchst dann noch mal nach Objekten.

Im Fazit kann man sagen, die Weisen aus dem Titel waren ziemlich weise, sich in diesem Spiel erst gar nicht sehen zu lassen. Und denken wir an die wunderbaren Spiele, die Elephant Games uns in den vergangenen Jahren zur Weihnachtszeit geschenkt hat, dann ist es besonders ärgerlich, dass man sich hier spielerisch, zeitlich und geschichtlich aufs unterste Niveau begeben hat. Selbst grafisch kommt Christmas Stories: Das Geschenk der Weisen weder an die sehr guten Vorgänger "Zinnsoldat", "Nussknacker" oder "Weihnachtsgeschichte" heran, noch an die schon etwas schlechtere Version des letzten Jahres "Der gestiefelte Kater". Schade. Man kann nur hoffen, dass viele, viele Spieler die diesjährige Weihnachtsgeschichte einfach im virtuellen Regal stehen lassen. Vielleicht wird Weihnachten 2017 in dieser Hinsich dann besser.