Cadenza: Havana Nights


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: MadHead Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 18.04.206


Sehr kurz, aber spielerisch durchaus noch zufriedenstellend
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Fingerabdrücke auf der Mordwaffe und auf einer geheimnisvollen Box, aber natürlich hast du deinen Bruder Ernesto nicht umgebracht. Doch die Polizei glaubt das. Alles beginnt damit, dass Ernesto dich bittet, als Musiker in seinem neuen Nachtclub aufzutreten. Doch kaum angekommen, wird Ernesto von einem Unbekannten erschossen. Seine letzten Worte gelten einer roten Box in seinem Safe. Du musst vor der Polizei fliehen; nicht nur um deine Unschuld zu beweisen, sondern auch den wahren Mörder hinter Gitter zu bringen.

Es stehen zu Spielbeginn 4 Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, einer davon mit individuellen Einstellungen. Die lästigen "Aufgaben" und die nutzlose Nachricht, dass diese erledigt wurde, wird man aber mit keiner Einstellung los. Eine Karte dient als Hilfsmittel und verfügt neben der Springfunktion auch über Informationen, was wo noch zu erledigen ist (abhängig von der Moduswahl).

Grafisch zeigt MadHead Games in Cadenza: Havana Nights wieder großartige Bilder. Nicht überladen, klar, deutlich und der jeweiligen Spielsituation angepasst. Musikalisch denke ich gern an das wunderbare Cadenza: Musik, Betrug und Tod zurück. Schon in Teil 2 war die Musik bei weitem nicht mehr so "tonangebend" und in Teil 3 bekommen nur noch Spieler der Sammleredition einen blassen Abklatsch davon. In der Normalversion herrscht eine nervtötende Wenig-Töne-Tonfolge vor.

Bei den Wimmelbildern gibt es eine gewisse Abwechslung. Da gibt es eine Lege-zurück-Puzzle-Suche, eine Wortsuchliste mit winziger Interaktion, dahinterliegenden Fragmenten und Minispiel für das Inventarobjekt, eine Vorbild-Liste und 2x Paare suchen. Doch je weiter wir ins Spiel hinein kommen, desto häufiger gibt es nur noch einfache Wortsuchlisten mit einer Klickaktion. Es wird in diesem Bereich deutlich, dass man kurz nach der Probezeit immer weniger Enthusiasmus in die Wimmelbilder legt. Die Puzzles sind ok und zur Abwechslung mal nicht ausschließlich für 3-jährige mit verzögerter Entwicklung. In beiden Elementen findet sich das Thema "Musik" immer wieder als Bestandteil.

Für Sammlerspieler gibt es in jeder Wimmelbildszene ein veränderliches Objekt zu finden. In jeder Szene versteckt sich ein Diamant, eine Anspielung auf den Namen des Clubs von Ernesto. Findet man alle Diamanten (übersehene können über die Extras auch später noch gesucht werden) setzt diese die "Schatzsuche" frei (in jeder Szene 1 Objekt finden). Das sich in der Spielzeit an den das Hauptspiel anschließende, kurze Bonusspiel, spielt nach dem Hauptspiel und ist eine pathetisch-kitschige Liebesgeschichte. Die Extras "bieten" das Nachspiel aller Wimmelbildszenen, ein (!) Minispiel (Trompete spielen), Charakterbeschreibungen der "Darsteller", Auszeichnungen, Hintergründe, Konzeptkunst und Musik.

In Cadenza: Havana Nights bemüht sich MadHead Games erstaunlich konstant und begrüßenswert, der Spielelogik zu folgen. Der Abenteuerteil ist zwar nicht sonderlich ausgeprägt, aber er nimmt auch nicht so sehr ans Händchen, dass man gar nicht selbst spielt, wie man das sonst so häufig erlebt. Geschichtlich ahnt man wohl früh, wer dahinter steckt, doch wirklich wissen kann man es nicht. So bleibt lange die Spannung erhalten. In der Gesamtheit sinkt die Cadenza-Serie zwar auch ab, es ist aber nicht so ein Sturzflug, wie man es von anderen Serien kennt.

Cadenza: Havana Nights ist ein nettes Spiel, das zwar den Ideenreichtum und das Detailierte der Vorgänger vermissen lässt, ansonsten aber gut zu spielen ist. Es ist erbärmlich kurz, das kann man nicht anders sagen und es wird zu MadHeads Markenzeichen, dass man ein Spiel teuer verkauft, das von der Spielzeit her maximal inklusive des Bonuskapitels eine gerade noch akzeptabele Spielzeit zusammenbringt. Wer aber eh einen Gutschein oder einen Clubcode hat, ist mit der Normalversion auf jeden Fall gut bedient.