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Brink of Consciousness: Dorian Gray Syndrom


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: MagicIndie

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Autor: Claudia K.
Datum: 22.01.2012
Deutsch (Normalversion): 25.04. 2012

Im neuen Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer von MagicIndie (The Fool) begleitest du diesmal den Journalisten Sam Wilde. Er hatte einige Artikel zum Verschwinden junger Menschen in seinem Heimatort geschrieben, jetzt aber kommt er dem Entführer näher, als er es sich gewünscht hat. Seine Freundin Anna wurde entführt und der Täter, der sich Oscar nennt, bestellt Sam in sein Haus. Und um es vorwegzunehmen: Nein, das Spiel hat absolut nichts mit Oscar Wilde's Bildnis des Dorian Gray zu tun. Wenn man von Oscar und dem Journalisten Wilde absieht und der Tatsache, dass Oscar mehrmals davon spricht, die Jugend erhalten zu wollen....

Oscar begleitet dich durch das gesamte Spiel. Das komplette Haus ist mit Kameras und Lautsprecher ausgestattet und Sam auf der Suche nach Anna ist, sie vor ihm retten will, es scheint, als man immer genau, was Oscar will. Zusätzlich finden sich Zettel mit Erinnerungen von Oscar an seine Kindheit und er führt gemeinsam mit Anna einige Hörspiele auf, die weitere Einblick in die verdrehte Welt des selbst ernannten Künstlers geben.

Die beiden zur Wahl stehenden Modi sind im üblichen Bereich, und unterscheiden sich nur in der Aufladezeit von Tipp und überspringfunktion sowie dem Glitzern interessanter Stellen. Es gibt verhältnismäßig wenig Wimmelbilder, Brink of Consciousness: Dorian Gray Syndrom setzt mehr auf Puzzle, viel Lauferei durch das Haus und Rätsel. Die Puzzles sind nicht all zu schwer, allerdings gibt es einige, die einfach nur Geduldspiele sind. Die Wimmelbilder haben neben den einfachen auch interaktive Suchobjekte; in der Mehrzahl aber beschränken sich Letztere auf das öffnen von Vorhängen, Schubladen und anderes.

Der Aufzug wird dein bester Freund, denn du wirst häufig hin und her laufen, bzw. fahren müssen. Es gibt für jedes Stockwerk bzw. jeden Teil des Grundstückes eine Karte, die dir anzeigt, wo du bist, wo es Wimmelbilder gibt, wo noch Türen zu öffnen sind oder wo du Puzzle und Rätsel findest. Bei den Puzzlen allerdings bedeutet die Anzeige in der Karte nicht, dass du sie lösen kannst, sondern einfach nur, dass sie dort sind. Der Tipp wird dir innerhalb und außerhalb der Wimmelbilder Gegenstände zeigen, außerhalb wird er dir sagen, wenn es momentan nichts mehr zu tun gibt. In der Beziehung ist er korrekt, wenn dir ein Puzzle, das du bereits kennst, angezeigt wird, dann kannst du es auch lösen.

Gegenstände benutzt du nur einmal. Einige wirst du lange mit dir herumtragen, andere dagegen findest du und benutzt sie (an anderer Stelle) sofort wieder. Das Spiel hat Länge, nicht nur wegen der Geduldpuzzles oder der Lauferei (auch wenn dies natürlich mitspielt). Und es baut Spannung auf. Du findest zahlreiche Tote, aber weder sind sie verstümmelt, noch siehst du Blut. Im Gegenteil. Auch wenn die Grafiken an sich gut sind, man alles deutlich erkennen kann, diese Toten, die dir über den Weg laufen, sind ganz offensichtlich die schönsten Bilder im ganzen Spiel.

Es gibt keine Ekelbilder und trotzdem schafft es MagicIndie durchaus, Spannung und Schreck zu verbreiten. Und sie haben schon Recht, wenn sie am Anfang des Spieles sagen: Für das beste Erlebnis bitte Ton einschalten. Oscars Stimme und auch der bei einem Schreck zu hörende Herzschlag und ein entsetzes Atem holen von Sam sorgen für ein bisschen "Grusel". Warum Sam aber ab und an hustet, als leide er an TB, das hat sich mir leider nicht erschlossen.

Neben den Geduldspuzzles und der langen Lauferei (gern auch mal 10-15 Klicks vor oder zurück) stört mich persönlich tatsächlich der Titel am meisten. Warum mit etwas "werben", was einfach nicht da ist? Nichts außer den beiden Namen Oscar und Wilde hat auch nur im entferntesten mit einem "Dorian Gray Syndrom" (eine Krankheit, die es tatsächlich gibt), geschweige denn mit dem literarischen Klassiker zu tun. Da hat irgendjemand offensichtlich mal irgendetwas gehört und dann gedacht: "Hey, benutzten wir das doch, um Spieler anzulocken."

Brink of Consciousness: Dorian Gray Syndrom ist lang, 4-5 Stunden; das Ende dramatisch und man sollte sich ruhig den Abspann absehen. Die Collector-Edition ist nicht unbedingt empfehlenswert. Das Extrakapitel ist kurz und nicht sonderlich spannend, es dient nur dazu, dich auf die Fortsetzung vorzubereiten. Aber der Rest ist gut gemacht, wenn auch nicht für die reinen Suchfreunde zu empfehlen, dazu gibt es zu wenig Wimmelbilder. Und bei den Geduldpuzzles: Erste Hälfte machen, für den Rest die überspringfunktion nutzen. Dann machen auch die Spaß!

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