Beyond: Am Anfang war das Licht


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Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: MadHead Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 17.08.2015
Deutsch (Normal): 16.12.2015


Kurzes Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer mit manchmal verwirrendem Ablauf
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Eine typisch amerikanische Stadt in den 1950igern. Dein Kollege Carl und du entdecken ein mysteriöses Objekt, das auf die Erde zurast. Als du dich auf den Weg machst, um den Aufprallort zu suchen, denkst du kurz an Nix, deinen imaginären Ausserirdischen-Freund aus Kindertagen. Er hat für die Astronomie interessiert und dich letztendlich dahin gebracht, wo du jetzt bist. An der Absturzstelle angekommen, stellt sich heraus: das Objekt ist ein Raumschiff. Du findest ein mysteriöses Armband... und Nix. Der erklärt dir, dass die Welt bedroht ist. In 24 Stunden werden Welt-Esser die Erde übernehmen. Nur gemeinsam mit Nix kannst du die Welt retten.

4 Modi erlauben dir neben dem üblichen Einschränkungen und Anzeigen auch individuelle Einstellungen einzelner Spielfeatures wie Tutorial, Glitzern oder Aufladegeschwindigkeit von Tipp und Neustartfunktionen. Karte ist erst später mit Springfunktion zu nutzen. Anfänglich die Karte nur als Orientierungshilfe mit Anzeigen wo du bist, wo es etwas zu tun gibt und wo du komplett fertig bist. Erst später kommt die Spring- oder wie es hier heißt "Bing"funktion dazu.

Mit dem Armband kannst du (ganz selten) in die Erinnerungen von irgendwelchen Menschen gehen. "Irgendwelche" im Sinne von: man hat keine Ahnung wer das ist, aber du nimmst die Gestalt desjenigen an. Die Erinnerungen werden von Kristallen ausgelöst, die du findest. Auch Dinge können durch das Armband aktiviert werden; welche, dass findest du aber nur durch entsprechende Hilfstexte heraus; es ist nicht so, dass das Armband als normaler Helfer dient. Auch als Aufgabenliste muss es herhalten, ausserdem ist es Aktivator der Springfunktion der Karte. Nichts von alledem ist wirklich nachvollziehbar, ganz im Gegenteil zur Spielzeit, die ebenfalls über das Armband sichtbar wird. Die zeigte nach dem Hauptspiel 2:41 Std. an, am Ende des Bonusspieles 3:11 Std.

Die Wimmelbilder sind in der Hauptsache Wortsuchlisten mit Interaktion. Zwischendurch gibt es aber auch Umriss-Suchen, die besonders dadurch herausstechen, dass immer wieder nur drei Suchobjekte sichtbar sind. Hast du diese gefunden, gibt es die nächsten drei. Es gibt auch eine Memory-Suche, bei der durch verschieben Gegenstände sichtbar werden und eine Paarsuche. Letztere lässt aber nicht gleiche oder miteinander verbundene Gegenstände suchen, sondern die Verbindung besteht darin, dass die beiden Umrisse im gleichen Kasten zu sehen sind.

Ein Teil der Puzzles ist nichts für "Memory-Bevorzuger", sind aber sehr schlecht erklärt - obwohl es einige gibt, die mehr oder weniger neu bzw. ungewöhnlich arrangiert sind und nicht intuitiv begriffen werden können. Andere widerum sind entsetzlich langweilig. Es ist allerdings so, dass für jeden das ein odere andere Puzzle dabei ist, von "in 10 Sekunden zu lösen" bis hin zu "Ja, endlich, geschafft!".

Die Grafiken sind grundsätzlich gut, aber oft viel zu dunkel. Da du im Laufe der Zeit verschiedene Orte bereisen wirst, wird die Vielfalt und Fähigkeiten des Grafikdesigners von MadHead Games erkennbar. Ob nun in der 50iger Jahre Stadt oder einer Kulisse für einen Wild-West-Film, ob außerirdische Planeten oder futuristische Wohnungen - die Unterscheidung der einzelnen Orte sind deutlich und charakteristisch. Sowohl irdisch als auch außerirdisch. Auch die Musik ist gut gewählt und schafft Atmosphäre. Mehr als es das Spiel oft vermag.

Obwohl die Geschichte durchaus vielversprechend ist und gerade weil wir uns nicht ausschließlich im außerirdischen, futuristischen Weltall bewegen - hier versagt Beyond: Am Anfang war das Licht im großen Stil. Nichts ist eingängig, immer wieder geht der Sinn dessen, was man tun soll, völlig verloren. Der Außerirdische, der gekommen ist, um die Welt im Alleingang zu retten, tut fast gar nichts, das Armband hat so viele unterschiedliche Funktionen, dass man letztendlich frustriert abwartet, was es denn als nächstes kann. Kaum kommt ein wenig Spielfluss auf, gibt es Einspieler, Animationen oder lange Laufwege.

Wie auch in Maze: Subject 360 gibt es hier viel sehr langsame Animationen und dazu Einspieler, die nicht mal übersprungen werden können. Das stört den eh schon schwierigen Spielfluss und ist, angesehen der Spielzeit, völlig unangemessen. Beyond: Am Anfang war das Licht bringt es für erfahrene Spieler nicht mal bis an die 3 Stunden-Marke. Auch dann nicht, wenn man alle Puzzles löst. Eingedenk dessen, dass die Karten- Springfunktion erst Mitte des zweiten Drittels zur Verfügung steht, also auch da nicht "verkürzt" werden kann, grenzt das schon an Unverschämtheit.

Die Sammlerextras beinhalten während des Spieles die Suche anch 44 Raketen und in jeder Wimmelbildszene gibt es ein veränderliches Objekt. Nach Abschluss gibt es Puzzles und Wimmelbilder zum erneut spielen, ein Making-Off, Legepuzzles und eventuell übersehene Raketen können gesucht werden. Dazu kommen Auszeichnungen, Charakter-Bilder, Soundtrack und Hintergründe. Das Bonusspiel spielt nach dem Ende des Hauptspieles. Es ist zwar mit den Ereignissen vorher verbunden, aber keine Fortsetzung; das Hauptspiel hat durchaus ein befriedigendes Ende.

MadHead Games glänzt in Beyond: Am Anfang war das Licht leider in der Hauptsache mit einer unverschämt kurzen Spieldauer, die nicht mal den Preis einer Normalversion rechtfertigt. Zwar erwarten den Spieler hervorragende Bilder, aber eine Geschichte und ein Spielverlauf, die beide nicht immer nachvollziehbar sind und viel zu oft unterbrochen werden. Es bleibt zu hoffen, dass der Entwickler von Rite of Passage, Nevertales oder Dark Realm bald wieder in seiner alten Form zurück ist.