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Bridge to Another World: Das Spiel der Könige


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: 4 Friends Games

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 10.11.2018


Schöne Bilder, ziemlich leicht, einigermaßen lang, hauptsächlich für Novizen geeignet
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Im nunmehr 5. Teil der Serie spielen wir wieder einmal als Alice, die in eine Fantasiewelt, die Schachwelt, teleportiert wird. Dort tobt ein Kampf zwischen zwei König(inn)en, dem roten König und der weißen Königin. Du wurdest vom roten König herbei zitiert, um nach und nach vom roten Bauer zur roten Königin aufzusteigen und dadurch den Krieg zu entscheiden.

Wir haben es hier zum wiederholten Male mit einer Variation von Alice hinter den Spiegeln zu tun, die allerdings mit der literarischen Vorlage nicht sehr viel zu tun hat. Immerhin tauchen aus dem Buch bekannte Gestalten auf wie Humpty-Dumpty, der Jabberwocky sowie Tweddledee und Tweedledum.

Die Geschichte wird ansprechend vorgetragen und verrät auch nicht gleich von Anfang an, wer nun der Gute und wer der Böse ist. Das Ende kommt nach für aktuelle Maßstäbe ordentlicher Spieldauer und schließt die Geschichte auch zufrieden stellend ab. Die Grafik ist sehr schön geworden, mit vielen Details und kleinen Animationen. Auch die Figuren sind gut ausgearbeitet, so weit liegt alles im grünen Bereich.

Die Wimmelbilder sind überwiegend gut gemacht, allerdings vor allem gegen Ende für den Geschmack einiger dann doch zu zahlreich. Dieser Eindruck wird noch verstärkt dadurch, dass wieder einmal diese eigentlich überflüssigen Suchbilder hinzu kommen, die mangels wirklich versteckter Objekte mehr oder weniger zum Zeit-Totschlagen geeignet sind. In den Wimmelbildern kommen zum Teil Interaktionen vor, aber nur auf der einfachsten Stufe: Es muss gewöhnlich nur etwas aufgedeckt bzw. verschoben werden. Ein oder zweimal allerdings ist auch ein Rätsel eingebettet, welches auf der leichten Seite angesiedelt ist. Dies muss hier kein Nachteil sein, immerhin sind sie ja Teil eines Wimmelbildes und kein eigenständiges Minispiel. Etwas langweilig wirkt die Tatsache, dass etliche Suchobjekte immer wieder auftauchen.

Die Minispiele sind mehrheitlich sehr einfach. Wo sie es nicht sind, handelt es sich um ein Geduldsproblem, speziell bei einem, das sich in aufsteigender Komplexität mehrfach wiederholt. Originelles finden wir hier eher nicht vor. Alle lassen sich überspringen, fast alle auch zurücksetzen. Etwas irritierend ist es, dass einige über Schaltknöpfe eine Wahl zwischen leicht und schwierig versprechen, was aber nicht der Fall ist. Da hat offenbar jemand einfach nicht aufgepasst.

Während des Spiels haben wir des öfteren von zwei Hilfsmitteln Gebrauch zu machen, die überflüssig und mit der Zeit einfach nur öde sind: Zum Einen ist das ein Kompass, mit dem wir Objekte in der aktuellen Szene aufzusuchen haben. Problem nur, dass besagte Gegenstände mit bloßen Auge problemlos auszumachen sind, weshalb es sich um einfaches Anklicken handelt. Zum Anderen haben wir eine Unmenge an Münzen zu sammeln, mit denen wir immer genau im richtigen Moment just das benötigte kaufen können. Die hierfür zuständige Händlerin hat uns dafür eine Glocke überlassen, mit der wir sie jederzeit an jeden Ort zitieren können.

Die unterwegs zu erledigen Aufgaben sind leider ein erneuter Aufguss all dessen, das wir ungezählte Male getan haben. Beispiele sind die bekannte zu reparierende Leiter, Verscheuchen bzw. Bestechen von Tieren (dies zur Sicherheit gleich mehrmals, die Entwickler meinen es da offenbar bitter ernst, darunter zweimal unter Verwendung eines Jagdhorns), mehrfach der Einsatz einer Scherbe, die Sache mit dem Reißverschluss usw. Dazu die übliche Unmenge an Emblemen und dergleichen, also das übliche langweilige Angebot. Erschwerend kommt hinzu, dass wir veranlasst werden, abwegige Handlungen vorzunehmen, wie etwa das Verbinden von Wunden bei Tieren mit alten Lappen, wodurch umgehend Spontanheilung einsetzt. Auch das kommt zweimal vor. Und da wir schon mal dabei sind: Wann endlich werden wir endlich einmal gefangen, ohne dass alles zur Befreiung benötigte in unmittelbarer Reichweite ist? Natürlich kommt dieses Nicht-Problem auch mehrfach vor. Mit anderen Worten: Der Abenteuerteil ist ohne Anspruch und Inspiration lieblos zusammen geschustert.

An Hilfen stehen ein zuverlässig arbeitender Tipp und eine gut gemachte Karte mit Transportfunktion zur Verfügung.

Die Sammlerausgabe ist vergleichsweise großzügig bestückt. Wir haben in jeder Szene ein oder zwei Sammelobjekte (Puzzleteile) und Chamäleonobjekte zu finden, Minispiele und Wimmelbilder können nachgespielt werden, sind alle Puzzleteile und Chamäleonobjekte gefunden, wird zusätzlich ein schönes großen Legepuzzle bzw. ein 3-gewinnt mit Gegner frei geschaltet. Ds Bonus-Kapitel ist in Anspruch und Länge mit dem Hauptspiel vergleichbar.

Fazit:
Ausgestattet mit einer schönen Grafik und einer ansprechenden Geschichte haben wir hier ein insgesamt recht einfaches Spiel. Wimmelbilder sind zahlreich und zwar gut gemacht, aber durchschnittlich im Anspruch, die Minispiele ebenso. Vor allem wegen des schwachen Abenteer-Teils kommen wir über eine mittlere Wertung nicht hinaus. Wesentlich besser sind aus derselben Reihe Bridge to another World: Alice im Schattenland und Bridge to another World: Gefahr aus dem Anderreich.