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Azada: Elementa


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Monika K.
Datum: 08.03.2013
Deutsch (Normal) 02.08.2013

Azada, die Welt, die wir bereits aus drei anderen Spielen kennen, ist erneut in Gefahr und braucht einen Auserwählten. Und wer anders als du könnte eine Welt retten, in der Titus Onkel Panoptes noch immer sein Unwesen treibt. Diesmal hat er die Elemente unter seine Kontrolle gebracht und man könnte fast einen aktuellen politischen Bezug vermuten, hört bzw. liest man, dass Menschen plötzlich für Wasser, Luft und Feuer bezahlen sollen. In Azada mit Diamanten aus der Onkel-eigenen Diamanten-Mine. Deine Aufgabe: Rette die Wächter, die mächtigen Elemente-Magier, um Azada davor zu bewahren, endgültig zerstört zu werden.

Wer allerdings tiefer in die Geschichte von Azada eindringen möchte, der muss die verschiedenen Papierfetzen, die er während des Spieles findet, unbedingt lesen. Und da man immer nur die Hälfte einer Buchseite findet, ist dies lästig und animiert nicht gerade, sich mit dem all dem zu beschäftigen. Zumal auch wirkliche Zusammenhänge im Spielverlauf einfach fehlen. Du wirst, um deiner Aufgabe gerecht zu werden, die verschiedenen Welten durch Portale betreten, diverse Aufgaben zu erledigen haben, Puzzles und Rätsel lösen, Wimmelbilder spielen und diversen Figuren helfen. Und doch scheint überall der Zusammenhang zu fehlen, vieles wirkt wie zerrissen und es fällt schwer, sich wirklich auf Azada einzulassen. Einen überblick zu behalten, fällt sehr schwer. Gibt es doch zu viele versteckte Wege und zu viele Portalwechsel. Alles wirkt konfus und verworren.

Um nicht ständig Marathonstrecken zu absolvieren, steht dir eine Karte mit Springfunktion zur Verfügung. Die angezeigten Aktionen auf der Karte sind aber eher als allgemeiner Hinweis zu sehen: Irgendwann wirst du dort irgendetwas erledigen können. Vielleicht nicht gerade jetzt, aber irgendwann ganz sicher. Der Tipp dagegen wird dich als Richtungsweiser viel eher an den für dich aktuell wichtigen Ort bringen und zeigt dir nur Dinge an, die du entweder bisher übersehen hast oder wo du irgendetwas tun, einsetzen, mitnehmen kannst.

Die Wimmelbilder sind zugemüllt und man muss die bekannten Interaktionen tätigen. Keine Neuheiten, nichts Originelles. Manche Wimmelbilder spielt man mehrmals und beim Anklicken sollte ganz genau gezielt werden: Ich habe einer Maus auf den Bauch geklickt - nein, es musste der Kopf der Maus sein! Die Wiederholung des Wimmelbildes kommt oftmals innerhalb von ein oder zwei Minuten, was den Spaß eindeutig verdirbt. Ein magisches Wasserfläschchen mit scheinbar unendlichem Inhalt steht dir zur Verfügung, um versteckte Plätze in Szenen zu finden und ab und an ein wenig Magie zu vollziehen, aber es ist offensichtlich, dass dieses Extra zwar gut gemeint ist, seinen Platz aber nie so recht gefunden hat.

Gleiches gilt für das Tierchen, dass du dein eigen nennst. Einen Nutzen hat es nicht, du kannst es umgestalten und mit bestimmten Münzen, die du findest, anziehen und umziehen, aber mit Azada: Elementa oder der Geschichte hat das offensichtlich nichts zu tun. Die weiteren Kreaturen, die du findest, werden in ein Buch eingetragen und du vergrößerst damit eine Sammlung, die bereits in Azada: In Libro begonnen hat.

Wer Teil 1, 2 und 3 der Reihe "Azada" kennt, wird sich sicher über dieses Spiel freuen, aber: zu früh gefreut! In Azada: Elementa zeigt ERS-Game es allen: Die Kunst, wie man ein Spiel durch plumpe und offensichtliche Verzögerungen verlängern kann, so dass jeder Spieler es merkt!
1. Schikane: Man muss - jedesmal (!) - wenn man auf der Karte den Ort wechseln will, durch Anklicken bestätigen: Ja, ich möchte wirklich und wahrhaftig den Ort wechseln!
2. Schikane: Wenn man einen Gegenstand z.B. durch ein Rätsel freigespielt hat, kann man ihn nicht sofort aufnehmen. Wo denkt der Spieler hin? Soll er schön 1 -2 Sekunden warten! Das nervt nach kurzer Zeit, zumal es nicht die einzige Verzögerung ist.
3. Schikane: Viele Videosequenzen, die man nicht überspringen kann und langatmige Dialoge (diese aber können übersprungen werden) stören den Spielfluss und ziehen das Spiel wie Kaugummi. Der Spieler spielt nicht, er "schaut" das Spiel!
4. Schikane: Die Puzzles sind überwiegend auf Zeit konzipiert. Es gibt fünf Puzzles in dem Spiel, für die man übermäßig viel Zeit benötigt. Man stelle sich einen Würfelblock von 7 x 3 Würfeln vor, die alle gedreht werden müssen und deren Platz man wechseln muss. Die beiden Möglichkeiten, die Würfel zu drehen, befinden sich nur rechts und links am Rand des Würfelblocks. Nun kann sich jeder vorstellen, wie viel Zeit man für die Lösung dieses Puzzles benötigt!

Ansonsten sind die meisten Rätsel und Aufgaben sehr geradlinig; also ohne um die Ecke zu denken. Man könnte auch einfallslos und langweilig sagen: Der Spieler spielt eine Brechstange frei. Einen Schauplatz später bemerkt er ein Fass - also Brechstange an Fass...gähn. Die Puzzles, von der Länge abgesehen, sind bis auf wenige Ausnahmen bekannt. Und wenn ich schreibe bekannt, dann meine ich bekannt: Wer kennt nicht das Hütchenspiel? Und dieses dann noch so langsam, dass eine alte Oma es leicht verfolgen könnte. Oder "Minesweeper" - dieses intelligente und anspruchsvolle Spiel darf man sogar gleich mehrmals spielen!

Spinnenphobiker aufgepasst! Es gibt ein Kapitel, in dem Spinnen auftauchen. Zwar sind sie nicht schwarz und eklig, sondern "nur" groß, aber dafür schön bunt. Nach ca. 10 Minuten ist auch alles vorbei und es kommen nur noch süße, niedliche und bedürftige Tierchen! Sie sind nett anzusehen, können das Spiel aber leider nicht retten, weil sie dem Spieler nur häppchenweise zugeworfen werden. Das ist einfach zu wenig. Sämtliche Lieblingsdetails jeglicher Spieler kommen in dem Spiel vor. Aber es wird alles nur angerissen, nichts ist intensiv oder eindrucksvoll. Hatten die vorherigen Teile "Azada" jedes seine eigene "Sensation", die es ausgemacht hat, ist dieses Spiel mit jedem x-beliebigen zu vergleichen.  Der Charme von "Azada" ist leider endgültig verloren gegangen. Die Krönung ist, wie ERS-Game in "Azada: Elementa" mit "Nicht-Säugetieren" umgeht: Da muss der Spieler mit Hilfe einer lebenden Krabbe einem Fisch das Auge entnehmen! Geht's noch?

Die Spiellänge beträgt ca. fünf Stunden mit der Tendenz nach oben, wenn man wirklich kein Puzzle, keine Videosequenz und keine Dialoge überspringt. Die reine Spielzeit ist beträchtlich kürzer. Die Grafiken wirken stellenweise eher farb- und trostlos, fast langweilig. Es kommt keine Atmosphäre durch die Bilder zum Spieler, das jedenfalls haben sie mit der Geschichte und dem Spielverlauf gemeinsam.

Erst im Bonusspiel erfährt man, wie schon fast bei jeder Sammleredition, die Hintergründe und zum Schluss kommt ein "echtes Ende". Vielleicht denken die Macher von ERS-Game, dass die Spieler alle ein Kurzzeitgedächtnis haben, denn die letzte Viertelstunde des Hauptspiels ist merklich  liebevoller, origineller und frischer geworden. Die Mundwinkel bewegten sich doch mal nach oben, denn die Wimmelbilder haben auf einmal richtig Spaß gemacht. Man musste sich mehr mit den bedürftigen Tieren beschäftigen. Die Puzzles sind kurzweilig und lösbar gewesen. Aber es ist eben nur die letzte Viertelstunde und das unspektakuläre Ende in der Normalversion lässt einen wieder an die vier Punkte siehe oben denken.

Ein Probe-Download empfiehlt sich auf jeden Fall und diejenigen, die Teil 1-3 gespielt haben, sollten diesen Teil (und hier ist schon wegen des Ende leider nur die Sammleredition empfehlenswert!) auch spielen - das ist einfach Pflicht! Alle anderen sind mit den anderen Teilen besser bedient, sucht man etwas Besonderes. Wer ein Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer unter vielen spielen möchte, der ist natürlich auch mit Azada: Elementa halbwegs gut bedient.

 


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